Bauhaus-Universität Weimar

Titel:
Mythologie der christlichen Kunst von der ältesten Zeit bis in’s sechzehnte Jahrhundert
Person:
Piper, Ferdinand
Persistente ID:
urn:nbn:de:gbv:wim2-g-1027018
PURL:
https://digitalesammlungen.uni-weimar.de/viewer/resolver?urn=urn:nbn:de:gbv:wim2-g-1033538
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Apocalypse das heidnische Rom, die Stadt auf sieben 
Hügeln (17,  welche „das Reich hat über die Könige 
der Erde, mit dem Weine ihrer Hurerei alle Völker getränkt 
hat und trunken ist von dem Blut der Zeugen Christi" 
(17, 18. 14, 8. 17,  unter dem Namen Babylons 
geschildert (17,  als ein Weib, angethan mit Pur- 
pur und Scharlach und übergoldet mit Gold, Edelsteinen 
und Perlen, die einen goldenen Kelch in der Hand hatte 
voll Greuel und Unreinigkeiten und auf einem scharlach- 
rothen Thiere mit 7 Häuptern und 10 Hörnern sass und 
an der Stirn den Namen trug: „Babel die grosse, die 
Mutter der Huren und aller Greuel auf Erden",  wie 
sie dem göttlichen Gericht unterliegt.  Natürlich ist 
dieses Bild von Babel als eine grosse prophetische An- 
schauung feststehender Typus in der christlichen Lehre 
und Predigt. An die übrigen leichter vorübergehenden 
Ausdrücke einer Personiiication schliessen sich manche 
ähnliche Redeweisen bei den alten Kirchenlehrern, wor- 
auf wir weiterhin in der ersten Periode zurückkommen. 
Hier sei im Allgemeinen nur noch der Unterschied 
der Perioden bemerkt: das christliche Alterthum ist reich 
an der entsprechenden Vorstellung besonders von Städte- 
figuren in den verschiedenen Gebieten der Kunst,  so- 
wohl in Miniaturen als Sculpturen: unter den letztern 
fehlt es selbst nicht an Bundwerken; häufiger sind Be- 
liefbilder, zumal auf Münzen und Diptychen, einigemal 
auch auf Sarkophagen. Im folgenden_Zeitalter vom 9ten 
bis 12. Jahrhundert bieten nur Miniaturen die Personifi- 
cation besonders von Ländern oder Völkern dar. Später 
erscheinen die Figuren von Städten und Ländern wieder 
häufig auf Münzen und llledaillen,  seit dem 15. Jahr- 
hundert in ununterbrochener Folge bis auf die Gegen- 
wart: seit derselben Zeit aber, namentlich im 16ten und 
nicht minder in dem gegenwärtigen Jahrhundert, sind
        

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