Bauhaus-Universität Weimar

Titel:
Mythologie der christlichen Kunst von der ältesten Zeit bis in’s sechzehnte Jahrhundert
Person:
Piper, Ferdinand
Persistente ID:
urn:nbn:de:gbv:wim2-g-1027018
PURL:
https://digitalesammlungen.uni-weimar.de/viewer/resolver?urn=urn:nbn:de:gbv:wim2-g-1033517
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sehen Theologie, wo namentlich Thomas von Aquino mit 
Bezug auf die Klassen der Engel eben jene Lehre vor- 
trägt, dass die Vorstehersehaft über ganze Länder den 
Fürstenthümern oder Erzengeln gegeben sei, während die 
Engel die Obhut über die Einzelnen haben 1). 
Diese Vorstellung würde der künstlerischen Dar- 
stellung ein ansprechendes und zugleich gedankenvolles 
Motiv darbieten, wenn es sich darum handelt Völker in 
Person einzuführen, für deren Repräsentanten die Engel 
gelten,  ähnlich wie bei Darstellung der Planeten die 
Engel als ihre Führer auf der himmlischen Bahn ange- 
wendet sind. Die christliche Kunst hat jedoch von die- 
sem Motiv keinen Gebrauch gemacht; sie ist vielmehr im 
Allgemeinen bei der blossen Personifieation stehen ge- 
blieben. 
Dafür bat sie 'vor allem auf die heilige Schrift sich 
zu berufen, in der zumal die Städte vielfach in poetischer 
Weise personificirt und als bewegt von Freude oder Leid 
geschildert sind,  wie die Klaglieder Jeremiä von 
Jerusalem anheben (l,  „Wie sitzet einsam die 
Stadt, die voll Volks war! Sie ist wie eine Wittwe: 
die eine Fürstin unter den Völkern und eine Königin in 
den Ländern war, muss nun dienen u. s. wß; und wie 
sie angeredet wird in dem Klagelied der gefangenen 
Juden zu Babel (Ps. 137,  "Vergesst: ich dein Jeru- 
salem, so vergesse mich meine Rechte";  wogegen es 
in dem Loblied (Ps. 97, 8.) von ihr heisst; „Zion hört 
CS und ist froh und die Töchter .luda's frohlocken um 
deiner Gerichte willen, Jehova". Ein herrschender Ge- 
brauch ist insbesondere die Zusammensetzung des Worts 
a. b. Hieronym. Comment. in  Opp. T. V. 
Gregor. M. Moral. in c. XXV. Job. Lila. XVII. c. 12. 
Thomas Aq. Summa P. I. qu. 113. art. 3. 
699. 
17.
        

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