Bauhaus-Universität Weimar

Titel:
Mythologie der christlichen Kunst von der ältesten Zeit bis in’s sechzehnte Jahrhundert
Person:
Piper, Ferdinand
Persistente ID:
urn:nbn:de:gbv:wim2-g-1027018
PURL:
https://digitalesammlungen.uni-weimar.de/viewer/resolver?urn=urn:nbn:de:gbv:wim2-g-1033506
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ihnen anvertrauten Beruf nicht beharrt seien 1). Später 
werden allgemein die Engel auch in diesem Dienst als 
Schutzengel und Organe der göttlichen Weltregierung 
angesehn. Dafür giebt Theodoret (um die Mitte des 
5. Jahrhunderts), der im Allgemeinen nach den beiden 
Stellen aus Moses und Daniel sich ausspricht 2), nach 
Anleitung der letztem die nähere Bestimmung, dass, wäh- 
rend den Engeln die Sorge über jeden Einzelnen von 
uns, ihn zu bewachen und zu bewahren, zustehe, mit der 
Aufsicht über die Völker die Erzengel betraut seien 3). 
Und besonders macht Dionysius Areopagita (gegen Ende 
des 5. Jahrhunderts), indem er das Walten der Engel 
über die Völker rein als ein göttliches Amt betrachtet, 
gegenüber der Annahme einer darin liegenden Zurück- 
setzung gegen das jüdische Volk, die aus der Stelle des 
Liedes Mosis gefolgert wurde, die Allgemeinheit der 
göttlichen Vorsehung gleichwie über dieses so über die 
andern Völker, unbeschadet deren Führung durch die 
Engel, geltend 4). Endlich hat auch Johannes von Da- 
mascus die Behauptung, dass (lie Engel den Völkern und 
Oertern verstehen 5). Und so ist es in der griechischen 
Kirche herrschende Lehre, die nicht minder in der 
lateinischen Kirche zur Anerkennung gekommen ist; so- 
wohl bei den altern Kirchenlehrernö), als in der scholasti- 
 Euseb. Demonstr. evang. Lib. IV. c. 6-10. 
2) Theodoret. Haeret. fab. Lib. V. c. 7. Nach denselben bei- 
den Stellen erwähnt Basilius, aber auch nur im Allgemeinen, 
die Vertheilung der Völker an die Engel, Adv. Eun01n.Lib.IlI. 
c. 1. Eben so Epiphanius nach der Stelle. aus dem Liede 
Mosis, Haares. LI. c. 34. 
a) T h eodoret. Interpret. in Dan. c. X. v. 13. 
4) Dionys. Areop. De cnelesti hier. c. 9. S. 4. 
5) Joh. Dzunusc. De orthod. fid. Lib. II. c. 3. p. 157. b. 
Ü) Hilar. Pictav. 'l'ract. in Ps. H. u. 31. s. das. 0d. Bencd. nul.
        

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