Bauhaus-Universität Weimar

Titel:
Mythologie der christlichen Kunst von der ältesten Zeit bis in’s sechzehnte Jahrhundert
Person:
Piper, Ferdinand
Persistente ID:
urn:nbn:de:gbv:wim2-g-1027018
PURL:
https://digitalesammlungen.uni-weimar.de/viewer/resolver?urn=urn:nbn:de:gbv:wim2-g-1033477
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Indem wir hiernach zu der allgemeinen Vorstellung 
von Stadt und Land uns zurückwenden, finden wir uns 
an der Grenze der christlichen Kunst, die jedoch ausser 
den Vorbildern des klassischen Alterthums noch andere 
Voraussetzungen auf dem ihr eigenen Gebiet christlicher 
Denkweise hat, worauf wir zunächst jetzt übergehen. 
Bei 
den 
Christen. 
An die vorhin angeführten heidnischen Kunstver- 
Stellungen reihen sich seit dem 4. Jahrhundert zahlreiche 
Denkmäler der christlichen Kunst, welche Stadt und Land 
in menschlicher Figur vor Augen stellen. Der herrschende 
Begrilf derselben ist natürlich der rein allegorische, in- 
dem man aus der antiken Vorstellung das künstlerische 
Motiv heriibernahm, die religiöse Bedeutung aber, d. h. 
den heidnischen Gedanken abwies. Denn dass die Christen 
von Anbeginn den Cultus eines Genius oder einer Tyclie 
von Stadt und Land verwarfen, versteht sich von selbst, 
wenn man sich erinnert, wie viele von ihnen als Mär- 
tyrer in den Tod gegangen sind, um nicht dem Genius 
eines Kaisers zu opfern  oder bei ihm zu schwören 2). 
Den positiven Gehalt aber des monotheistischen Gegen- 
satzes gegen diesen Götzendienst erschliesst ein Wort 
des Herrn, wo er gegenüber dem alttestamentlichen Ge- 
bot, keinen falschen Eid zu thun und Gott den Eid zu 
halten, das evangelische Gebot giebt, überhaupt nicht zu 
schwören, auch nicht bei dem Himmel, denn er ist Gottes 
Stuhl, noch bei der Erde, denn sie ist seiner Füsse 
Schemel, noch bei Jerusalem, denn sie ist eines grossen 
l) Zuerst, Polycarpus Bischof von Smyrna, 
T) 'l'ertullinn. Apologet. c. 32. Ad nat. 
344.
        

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