Bauhaus-Universität Weimar

Titel:
Mythologie der christlichen Kunst von der ältesten Zeit bis in’s sechzehnte Jahrhundert
Person:
Piper, Ferdinand
Persistente ID:
urn:nbn:de:gbv:wim2-g-1027018
PURL:
https://digitalesammlungen.uni-weimar.de/viewer/resolver?urn=urn:nbn:de:gbv:wim2-g-1033453
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scheinlich von dieser Ansicht geleitet, liess Kaiser Julian 
die Statue wegnehmen, die bald darauf von den Heiden 
zertrümmert wurde; von den Christen aber wurden die 
Bruchstücke aufbewahrt, oder nach einer andern Nachricht 
nur der Kopf gerettet 1). Es ist nun einestheils kein 
Zweifel, dass eine solche Gruppe dort gestanden hat; 
anderntheils aber kaum minder gewiss, dass die Deutung 
auf Christus und das blutflüssige Weib grundlos ist. Wahr- 
scheinlich ist es das personilicirte Cäsarea Philippi vor 
dem Kaiser Hadrian knieend, dem von der dankbaren 
Stadt für gespendete Hülfe und Wohlthat das Ehrendenk- 
mal errichtet sein wird2), wie er zumal auf Münzen 3) 
als restitutor der meisten Provinzen seines Reichs einzeln 
genommen, aber auch im Ganzen als restitulor orbis ter- 
rarum, und gerade in jener Gruppirung gefeiert worden 
ist. Zur Erklärung des Missverständnisses erhält man 
einen Fingerzeig durch die Nachricht des Philostorgiustl), 
die Statue habe umgeworfen in der Erde gelegen und 
als man sie aufgegraben, sei sie an der Inschrift erkannt. 
 Sozom. Hist. eccles. Lib. V. c. 21. P hi losto rg. Hist. eccles. 
Lib. VII. c. 3. 
z) Diese Erklärung ist zuerst gegeben mit ausführlicher Begrün- 
dung von Hase (Pastor in Bremen) Dissert. de statua Hae- 
morrhousae PJ-III. 1726. auch in HasaeiDissert. et observut. 
philol. Sylloge. Brem. 1'731. p. 324-450. und gleichzeitig von 
Beausobre Dissert. sur la statue de Paneade in der Biblioth. 
Germanique T. XIII. 1727. p.  deutsch mit Anm. von 
Cramer in dessen Sammlungen zur Kirchengeschichte und 
theologischen Gelehrsamkeit. Leipz. 1748. S. 37-498. Neuer- 
dings von Münter Sinnb. H. II. S. 12-16. Sie ist angenom- 
men von Gieseler Kirchengesch. Bd. l. Abth. 1. (4. Aufl.) 
S. 86.; von Augusti aber, Beitr. zur christl. Kunstgesch. Bd. l. 
S. 29. als durchaus unwahrscheinlich abgelehnt. 
3) Eckhcl l. c. p. 487 sqq. 507- 
4) An dem (Anm. 1.) aingef. Ü.
        

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