Bauhaus-Universität Weimar

Titel:
Mythologie der christlichen Kunst von der ältesten Zeit bis in’s sechzehnte Jahrhundert
Person:
Piper, Ferdinand
Persistente ID:
urn:nbn:de:gbv:wim2-g-1027018
PURL:
https://digitalesammlungen.uni-weimar.de/viewer/resolver?urn=urn:nbn:de:gbv:wim2-g-1033436
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rusalems hervorgehoben zu werden, welche ein'Bi1d der 
Judäa enthalten und mittelst dieser Vorstellung selbst zur 
Erläuterung kirchlicher Alterthümer dienen. Noch früher 
aber ist das gelobte Land durch ein einheimisches Denk- 
mal entweiht worden, welches in den Kreis eben dieser 
Vorstellungen gehört. Herodes der Grosse errichtete in 
dem von ihm neugegründeten Casarea-Palästinä einen 
Tempel des Augustus 1) und stellte darin die Statuen der 
Roma und dieses Kaisers auf. Der jüdische Geschieht- 
schreiber, der diese Kunde aufbehalten hati), leitet die- 
selbe durch die Bemerkung ein: um den Römern zu ge- 
fallen habe Herodes die Sitte übertreten und die Gesetze 
verletzt, indem er Städte gegründet aus Ehrgeiz und 
'l'empel errichtet, wenn auch nicht im Jüdischen Lande, 
sondern drausseix: denn das hatten die Juden nicht er- 
tragen, da es ihnen verboten sei Bilder und Figuren 
nach der Griechen Art zu verehren.  Dieses Buhlen 
aber mit fremden Götzen, noch zur Zeit der Erscheinung 
Christi, konnte das Land nicht frei und selbständig machen: 
es war nur eine letzte Stufe auf dem Wege zum Unter- 
gang. Ein Denkmal dessen nach der Eroberung Jerusa- 
lems durch Titus erscheint der Flussgott des Jordan auf 
dessen 'l'riumplllJogen, wovon früher die Rede gewesen 
istß). Die Judäa selbst aber auf Münzen des Vespasian 
(seit dem J. 71.) und des Titus (seit dem J. 72.) mit 
der Inschrift JUDAEA CAPTA: sie sitzt mitiunterwürfi- 
ger Gebehrde, zuweilen auf Waffen, an einen Palmbaum 
gelehnt, auf dessen anderer Seite entweder der siegreiche 
Feldherr steht oder ein Gefangener, der letztere zuweilen 
mit gebundenen Händen; das ist der übereinstimmende 
 Gleichwie bei Panens, Juscp h". 
2) lbid. Lib. XV. c. 9. S. G. 
a) Oben S. 495. 
Anti 
Lih.
        

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