Bauhaus-Universität Weimar

Titel:
Mythologie der christlichen Kunst von der ältesten Zeit bis in’s sechzehnte Jahrhundert
Person:
Piper, Ferdinand
Persistente ID:
urn:nbn:de:gbv:wim2-g-1027018
PURL:
https://digitalesammlungen.uni-weimar.de/viewer/resolver?urn=urn:nbn:de:gbv:wim2-g-1033371
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eine liess sich bändigen, die andere mit empörter Hand 
zertrümmerte wild den Wagen, so dass der König hin- 
stürzte. Hiernächst war in den Malereien der Schranken 
um den Thron Jupiters zu Olympia von Panänus, Vetter 
des Phidias, um 448 vor Chr., die personilicirte Hellas 
und die personificirte Insel Salamis dargestellt, die letztere 
mit dem Aplustre in der Hand zum Zeichen jenes See- 
siegs 1). Und wie nach zwei Gedichten der Anthologie?) 
sieben Städte um den Schatten Homers sich streiten; so 
waren in dem von Ptolemaus IV. Philopator erbauten 
Tempel Homers um den thronenden Sänger diese seine 
angeblichen Vaterstädte aufgestellt 3). Doch war auch 
die Kunst hier vielfach auf ihre eigenen Eingebungen 
angewiesen.  Das Hauptattribnt bleibt die Mauerkrone; 
aber es werden nicht selten individuelle Kennzeichen hin- 
zugefügt. Zum Beispiel die Insel Scyros erscheint in 
einem Gemälde bei Philostratus 4) als eine Frau in schwarz- 
blauem Gewande, das Haar mit Schilf bekränzt, in der 
einen Hand einen Oelzweig, in der andern eine Weinrebe. 
So finden sich denn auch in dem vorhandenen An- 
tikenschatz Städte und Länder zahlreich vorgestellt theils 
in mythischen theils in historischen Compositionen so wie 
in einzelnen Bildern. Gelegenheit zu solchen Vorstellun- 
gen gaben von mythischen Stoffen insbesondere die Ar- 
beiten des Hercules 5), indem bei der Bändigung der 
Pferde des Diomedes eine weibliche Figur das von diesem 
beherrschte Thracien, bei dem Kampf mit dem Geryon eine 
mit Helm und Schild bewaffnete Frau das von demselben 
1) Pausan. V, H, 5  
z) Jacobs Anthol. Gr. Palat. T. II. p. 716. n. 297. 298. 
a) Aelian. Var. bist. Lib. XIII. c. 22. 
4) Philostrat. Imag. 1. Vergl. O. Jahn ArchäoLßeitr. S. 372. 
5) An einer Schaale in der Villa Albani, s. oben S. 493. Anm. 5.
        

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