Bauhaus-Universität Weimar

Titel:
Mythologie der christlichen Kunst von der ältesten Zeit bis in’s sechzehnte Jahrhundert
Person:
Piper, Ferdinand
Persistente ID:
urn:nbn:de:gbv:wim2-g-1027018
PURL:
https://digitalesammlungen.uni-weimar.de/viewer/resolver?urn=urn:nbn:de:gbv:wim2-g-1033257
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Aber bestürzt hebt plötzlich das Haupt von dem Lager der Flussgott, 
Ruft, vorschauend, sodann aus dem umschattenden Schilf: 
Welch ein Geräusch, femher sich verkündigend? 
Es naht nehmlich auf einem Dampfboot König Friedrich 
Wilhelm III., den der Flussgott freudig hegrüsst, ihm es 
dankend, dass er ein gallischer Strom nicht blieb; auch 
ruft er, ihn zu ehren, die benachbarten Flüsse herbei 1),  
worauf er mit den Worten schliesst: 
Vor den gepriesensten Flüssen der Welt, stolz helf ich die Scheitel, 
Wenn Du mein Dich erfreust, König und Vater des Volks! 
Von seinem Ursprung aber und seiner jugendlichen Ge- 
stalt und wie er bei Basel mit der Wiese zusammentriflt, 
singt Hebel in der anmuthigen Dichtung, welche nach 
der letztem benannt ist 2): 
Jo er ischs, er ischs mit sine blauen Auge, 
Mit der breite Brust, und mit de chräftige Stotze, 
's Gotthards grosse Bueb, doch wie ne Roths-Her v0 Basel, 
Stolz in sine Schritten und schön in sine Gebehrde. 
Seit; „I muss mi Meidli ha, do hilft uüsf. und batt. nüt!" 
DieseMeidli ist -die Wiese, die der Dichter „mit seinem 
Gesang ,auf ihren freudigen Wegen begleitet" (S.  
deren Lauf vom Ursprung (an dem Feldberg im Breisgau) 
bis zu ihrer Mündung geschildert wird,  der erstere in 
den Versen 3): 
Im verschwiegene Süchoos der Felse heimli gibohre, 
An de Wulke gsäugt, mit Duft und himmlischem Rege, 
Schlofsch e Biitschgle-Chind in di'm verborgene Stühli; 
Heimli, wohlverwahrt. N0 nie hen menschligi Auge 
 Ebendas. s. 42: 
Euch nun ru!" ich, verbrüderte Fiüss", euch, Nymphen des Thales. 
Süsse Genossinnen mir! Eilef, ihr alle, herbei! 
Führet den festlichen Beihn. 
2) Hebel Allemannische Gedichte Ausg. von 1827 in 12". S. 32. 
3) Ebendas. S. 10. 
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