Bauhaus-Universität Weimar

Titel:
Mythologie der christlichen Kunst von der ältesten Zeit bis in’s sechzehnte Jahrhundert
Person:
Piper, Ferdinand
Persistente ID:
urn:nbn:de:gbv:wim2-g-1027018
PURL:
https://digitalesammlungen.uni-weimar.de/viewer/resolver?urn=urn:nbn:de:gbv:wim2-g-1033215
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in territorialer Beziehung, das heisst nach staatlicher Be- 
grenzung, ist die Auswahl der Flüsse erfolgt in mehreren 
Werken der Bildhauerkunst, die seitdem in Frankreich, 
Italien und Deutschland geschaffen sind. Das sind erstens 
die vier grossen Flüsse Frankreichs: die Garonne und 
Loire, die Seine und Rhone, von Michel Anguier (um 
1660) 1), fast von runder Arbeit, alle bärtig mit Urne 
und Füllhorn, die beiden erstern haben ausserdem ein 
Ruder, die Seine ein Schiff in der Hand, der Rhodanus 
liegt auf einem Löwen: sie befinden sich im Louvre, wo 
Sie im Saal des Friedens den Malereien der Gewölbbogen 
zur Seite treten. 
Dasselbe Gebäude ist in neuerer Zeit mit Flussgöttern 
geschmückt worden, welche eine geschichtlich-m0numen- 
tale Bedeutung haben. Im Saal der römischen Kaiser 
Sind in halb erhobener Arbeit von Gois, Bridan, Blaise 
und Lesueur der Eridanus, Nil, Tibet und Rhein 2): es 
Sind diesen Figuren Erinnerungen beigegeben an das 
Alterthum zum Theil von mythischer Beziehung, wie der 
Schwan und die Pappeln beim Eridanus auf den Cycnus, 
den Freund des Phaeton, und die Heliaden, seine Schwestern 
hindeuten 3). Und im Saal der Melpomene in Mosaik 
gearbeitet von Belloni nach Zeichnungen von Gerard der 
Nil, die Donau, der P0 und der Niemen 4), zur Ver- 
herrlichung der Siege Napoleons. 
Eine entgegengesetzte Bestimmung hat der Arcc della 
pace in Mailand, der zwar zu demselben Zweck (1807) 
l) Clarac Musöe de sculpt. T. I. p.- 527. Die beiden ersten sind 
 abgebildet Pl. 63; die beiden andern Pl. 64. und 83. 
2) Ibid. p. 518 sq. Pl. 7,2. '73. 
a) In demselben Saal ist in einem Gemälde von Meynier die Nymphe der 
Wasserleitung Trajan's (die Aqua 'l'rajana) zu sehen, gegenüber 
der Kaiser mit dem Arcliitecten in Gespräch, lbid. p. 518. Pl. 80_ 
4) Ibid. p. 502. Pl. 57.
        

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