Bauhaus-Universität Weimar

Titel:
Mythologie der christlichen Kunst von der ältesten Zeit bis in’s sechzehnte Jahrhundert
Person:
Piper, Ferdinand
Persistente ID:
urn:nbn:de:gbv:wim2-g-1027018
PURL:
https://digitalesammlungen.uni-weimar.de/viewer/resolver?urn=urn:nbn:de:gbv:wim2-g-1033051
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Krönung des ganzen Werks zwei bärtige Figuren, welclw 
sitzend und mit dem Rücken einander zugekehrt, mit dem 
einen Arm auf eine Urne sich stützen, in der andern Hand 
ein Füllhorn halten. 
3. Desto häufiger ist die Vorstellung der Flussgötter 
in der neuern Kunst seit dem 16. Jahrhundert: von dem 
herrschenden Interesse für die Ideen und Kunstvorstellungen 
des klassischen Alterthums, woraus dieselbe hervorgeht, 
sind auch biblische Compositionen nicht unberührt ge- 
blieben,  obwohl dieselben in dieser Zeit doch nur 
ausnahmsweise mit der Figur eines Flussgottes ausge- 
stattet werden. 
Vor allen hat Raphael das Motiv einigemal angewandt 
in den Kuppelhildern der Loggien des Vatican, seiner 
sogenannten Bibel. Zuerst bei dem Durchgang der Is- 
raeliten durch den Jordan 1) in der zehnten Arkade, wo 
im Hintergrund Josua mit gen Himmel erhobenen Händen 
erscheint: in der Mitte des Vordergrundes sieht man die 
Bundeslade, die durch den Fluss getragen werden soll; 
links sitzt der Flussgott, ein halbnackter bärtiger Mann, 
der ihr den Durchgang öffnet, indem er mit beiden Händen 
die Wogen zurückdrängt. Sodann in der zwölften Ar- 
kade bei der Salbung Salomo's zum König 2) zeigt sich 
vorn rechts ein Flussgott, sitzend, mit Sehilfrohi- in der 
Linken und den rechten Arm auf einen Tigerkopf stützend. 
Sonst aber ist, wo noch Fluss und Meer in den Loggien 
Raphaels vorkommen, bei dem Durchgang durch das rothe 
Meer so wie bei der Taufe Christi, eine solche Personi- 
fication nicht aufgenommen. 
Aber geschildert ist  Bezug auf die evangelische 
Geschichte der Jordan alsFlussgott von Sannazar in seinem 
Urbino 
223. 
F) Passavant Rafael von 
2) Passavant a. a. O. S. 
220
        

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