Bauhaus-Universität Weimar

Titel:
Mythologie der christlichen Kunst von der ältesten Zeit bis in’s sechzehnte Jahrhundert
Person:
Piper, Ferdinand
Persistente ID:
urn:nbn:de:gbv:wim2-g-1027018
PURL:
https://digitalesammlungen.uni-weimar.de/viewer/resolver?urn=urn:nbn:de:gbv:wim2-g-1032972
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grosser Thorflügel geöffnet und der Flussgott des Jordan 
unten im Wasser staunt das Wunder an. 
Von griechischen Bildwerken gehören hierher vor 
allem zwei Elfenbeintafeln, welche Scenen aus dem Leben 
Jesu darstellen: die eine im Dom zu Mailand, die durch 
griechische Aufschriften als Arbeit eines griechischen 
Künstlers sich zu erkennen giebt, aus dem 10. Jahrhundert 
oder früher I); die andere ein Diptychon im Museum 
Barberinum zu Rom, welches in den Anfang des lLJahr- 
hunderts gesetzt und auch für ein griechisches Werk ge- 
halten wird 2). Auf der erstern sind zumal bei der Taufe 
die Figuren sehr verlöscht 0b nimiam osculorum frequen- 
tiam, wie der Herausgeber bemerkt. Die Anordnung ist 
in beiden im Wesentlichen dieselbe; auf jener erscheint 
der Flussgott als eine kleine im Wasser sitzende Figur 
ohne Attribut, welche die Linke nach Christus ausstreckt; 
,in dem andern Bildwerk, wo er in halber Figur sichtbar 
ist, mit dem Kopf aus dem Wasser hervorragend, hat er 
eine Urne in der Hand. Auch auf der bronzenen Thür 
von St. Paul zu Rom vom J. 1070, welche in Constan- 
tinopel gearbeitet ist 3), zeigt sich in der Darstellung der 
Taufe Christi rechts zu seinen Füssen eine kleine nackte 
Figur im Wasser liegend ohne Attribut, die ohne Zweifel 
den Flussgott vorstellt.  Dazu kommt eine Reihe by- 
zantinischer Malereien,  obwohl eine der ältesten, in 
der vaticanischen Handschrift des Menologium, welches 
auf Befehl des Kaisers Basilius im 10. Jahrhundert aus- 
geführt worden, bei Darstellung der Taufe Christi 4) den 
 Abgebild. bei G o ri Thes. vet. diptych. T. III. p. 263. Tab. XXXI. 
2) Abgebild. bei Gori I. c. p. 285. 286.. Tab. XXXVII; erwähnt 
von Platner Beschreib. Bom's III, 2. S. 438. 
5) Abgebild. bei düägincourh Scult. Tav. XIV, 2. 
4) Menolog. Gr. jussu Busilii edit. Urbin. 1727. P. II. p. 86_
        

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