Bauhaus-Universität Weimar

Titel:
Mythologie der christlichen Kunst von der ältesten Zeit bis in’s sechzehnte Jahrhundert
Person:
Piper, Ferdinand
Persistente ID:
urn:nbn:de:gbv:wim2-g-1027018
PURL:
https://digitalesammlungen.uni-weimar.de/viewer/resolver?urn=urn:nbn:de:gbv:wim2-g-1032967
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Ganz abweichend ist die Vorstellung in einem Evange- 
listarium der Universitätsbibliothek zu Prag aus dem H. 
Jahrhundert I): der Jordan, ein nackter Jüngling, giesst 
aus einem länglichen Gefäss von oben auf das Haupt 
Christi Wasser aus, so dass er bis zu den Füssen ganz 
davon umgeben ist.  Aus derselben Zeit (vom J. 1022) 
ist ein Relief der Taufe Christi als erste Gruppe an der 
ehernen Säule des Bernvvard Bischofs von Hildesheim, an 
deren Basis die vier Paradiesesflüsse in menschlicher Ge- 
stalt zu bemerken waren: hier sitzt der F lussgottam Rande 
der Scene und lässt seiner Urne das Wasser entströmen, 
aus welchem Christus mit halbem Leibe' hervorragtz). 
Wiederum die beiden Fluss- oder vielmehr Quellgötter 
des Jordan, nackte Figürchen, die einander gegenüber 
sitzend aus ihren Urnen das Wasser ausgiessen, in (oder 
eigentlich vor) welchem Christus in ganzer Figur sichtbar 
ist, erscheinen in einem Elfenbeinschnitzwerk 3), mit der 
Umschrift: 
Abstersit Christi baptismus erinlina mundi, 
welches der Deckel eines griechischen Lectionarium aus 
dem M. Jahrhundert im Dom zu Trier enthält.  Eigen- 
thümlich plastisch und effektvoll ist die Coinposition eines 
ltliniaturbildes in dem Hortus deliciarum der Herrad von 
Landsperg aus der zweiten Hälfte des 12. Jahrhunderts 4): 
da ist der Himmel über Christus mittelst weit aufgesperrter 
 31.15.21. Waagen im Deutschen Kunstbl. 1850. N0.17. S. 130. 
2) Kratz Der Dom zu Hildesheim Th. II. S. 67. Augusti Bein: 
zur christl. Kunstgesch. Th. l. S. 205. 
1') Ein Gypsabguss ist in der christl. archäol. Kunst-Samml. der 
Univ. zu Berlin. Daselhst. nimmt die 'l'aul'e Christi die untere 
Hailfle ein, in der obern Abtheilxmg sieht man die Darstellung 
Christi im Tempel. 
4) Engclhardt Herrad von Landsperg S. 38.
        

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