Bauhaus-Universität Weimar

Titel:
Mythologie der christlichen Kunst von der ältesten Zeit bis in’s sechzehnte Jahrhundert
Person:
Piper, Ferdinand
Persistente ID:
urn:nbn:de:gbv:wim2-g-1027018
PURL:
https://digitalesammlungen.uni-weimar.de/viewer/resolver?urn=urn:nbn:de:gbv:wim2-g-1027886
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grünen Boden, Berge mit Blumen. Gegen Ende des 
14. Jahrhunderts aber, in einem Gemälde des Spinello 
Aretino  das neugeborene Christuskind von Maria und 
Joseph verehrt  zu Berlin 1) ist schon der Hinter- 
grund mit Landschaft erfüllt, worin die Hirten, denen 
(auf Goldgrund) der Engel erscheint?) Ebenfalls land- 
schaftlichen Hintergrund zeigt eine Altarstalfel des F loren- 
tiners Lorenzo Monaco Camaldolese in der Abtei von 
Cerreto vom J. 1414, welche die Anbetung der Hirten 
und Könige enthält 3). Merkwürdig ist die frühe Aus_ 
bildung der Landschaft in der Schule von Otranto, wo- 
von ein Gemälde im christlichen Museum des Vatican, 
Christus als Gärtner der Magdalena erscheinend, Zeug- 
niss giebt 4). Demnächst kommen landschaftliche Scenen 
als Schauplatz biblischer Geschichten in der kölnischen 
Schule vor: von Meister Wilhelm, Maria mit dem Kinde 
auf einer Wiese sitzend; von Meister Stephan ebenfalls 
Maria mit dem Kindc auf blumenreicher Wiese sitzend, 
über ihr eine Laube von Rosen 5). Einen entscheidenden 
   i; 
1) In der K. Gemäldegallerie n. H02. 1x 
2) S0 enthält auch ein Gemälde (ebendas. n. 1113)., dem 'I'adde0 
Gaddi verwandt: die Geburt Christi, im Hintergrunde der Engel 
mit den Hirten, daselbst eine Andeutung von Landschaft,  die 
aber bei einem Gemälde desselben Inhalts von Pietro Loren- 
zetti (ebendas, n. 1093) ganz fehlt. 
3) Vergl. Gayc im Tüb. Kunstblatt 1840. S. 343. 
4) Kugler Handb. der Gesch. der Malerei von Burckh. Th. I. 
S. 281. Anm.  Eine Kreuzabnahme mit landschaftlichem Hinter- 
grunde aus eben dieser Schule, von Angelas Bizamanus, ist in 
der K. Gemäldegallerie zu Berlin n. 1062. 
5) Das erstere in der K. Gemäldegallerie zu Berlin n. 1238; das 
andere im Besitz des Herrn von Herwegh zu Köln. Dasselbe 
Thema ist auch später öfters von deutschen Malern behandelt: 
von Martin Schongauer ist eine Maria im llosenhag im Münster 
zu Colmar; und Maria mit dem Kinde auf dem Schooss in einem 
Gartenzwinger sitzend von dem Meister der LyversbergischenPas-
        

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