Bauhaus-Universität Weimar

Titel:
Mythologie der christlichen Kunst von der ältesten Zeit bis in’s sechzehnte Jahrhundert
Person:
Piper, Ferdinand
Persistente ID:
urn:nbn:de:gbv:wim2-g-1027018
PURL:
https://digitalesammlungen.uni-weimar.de/viewer/resolver?urn=urn:nbn:de:gbv:wim2-g-1032903
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Ahtheilungen unter einander dar 1), die aber neben ein- 
ander zu denken sind; nehmlich die Nymphe des rothen 
Meeres soll die Mitte der Scene einnehmen, indem sie 
hier in der untern Abtheilung zur Linken vorgestellt 
ist: sie ragt mit halbem Leihe aus dem Wasser hervor 
und hält mit der Rechten ein Ruder über der Schulter, 
mit der Linken scheint sie dem Pharao in die Tiefe zu 
winken: dieser ist auch schon von der Figur des Ab- 
grundes erfasst, welche von ertrinkenden Menschen und 
Pferden umgeben ist, während hinter ihm die Aegypter 
noch gereilit stehen. Auf der andern Seite der Meer- 
nymphe, welche in der obern Abtheilung rechts anfängt, 
sieht man zuerst die Wüste in männlicher Gestalt und 
weiter links die Israeliten, in deren Mitte Moses mit dem 
Stabe in -der Hand sich nach dem Meer zurückgewendet 
hat, vor ihnen am linken Ende der Reihe ist die Feuer- 
säule, hinter ihnen oberhalb der Figur der Wüste er- 
scheint die Nacht. Ganz dieselbe Composition zeigt das 
Nliniaturgemälde in der vaticanischen Handschrift 2), nur 
 Abgebild. bei Duval Monum. des arts du dessin rec. par le 
B. Denon. T. I. Pl. XXXIX. (s. oben Th. I. S.  beschrieben 
von Millin l. c. p. 355 sq. not. und Waagen Kunstw. u. 
Künstler in Paris S. 221 f. n. 9. Die Anordnung der Coinpo- 
sition nach zwei Abtheilungen (die in diesen Beschreibungen 
nicht angenommen wird) habe ich der Abbildung entnommen. 
2) Abgebild. bei d'Agincourt Pitt. Tav. LXII, 4. in der Grösse 
des Originals. Derselbe setzt die Handschrift in's 14. Jahrhundert 
und findet in ihr das erste Zeichen des Wiederaufblühens der 
Malerei in Griechenland. Dem Widerspricht Platner Be- 
schreib. Rom's I], 2. S. 356. Anm, wo eine andere Zeitbe- 
stimmung der Handschrift von Mai mitgetheilt wird, die ich im 
Text befolgt habe. Auch bei Kugler Handb. der Malerei von 
Burckh. Th. I. S. 60. Anm. wird vor dieser Aufstellung d'Agin- 
courts gewarnt mit dem Bemerken: der erste Blick zeige, dass 
wir die Copie einer vortredlichen uralten Arbeit vor uns haben,
        

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