Bauhaus-Universität Weimar

Titel:
Mythologie der christlichen Kunst von der ältesten Zeit bis in’s sechzehnte Jahrhundert
Person:
Piper, Ferdinand
Persistente ID:
urn:nbn:de:gbv:wim2-g-1027018
PURL:
https://digitalesammlungen.uni-weimar.de/viewer/resolver?urn=urn:nbn:de:gbv:wim2-g-1032890
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hervorgehn, aber zugleich lhürmen sie die Wellen vor 
sich auf, so dass dessen Bett dazwischen für die durch- 
ziehenden Israeliten trocken bleibt; in der Mitte sieht 
man die Bundeslade des Herrn, vor welcher das Wasser 
des Jordan zum Stehen gekommen (Jos. 4, 7.) und jen- 
seits den Josua nebst den ltlännern, welche die Steine 
zum Denkmal tragen. Es zeigt sich in diesen Fluss- 
göttern I) Bekanntschaft mit altchristlichen Vorbildern, 
wenigstens mit ihren italienischen Nachahmungen, obwohl 
sonst die Miniaturmalereien der Handschrift von dem an- 
tiken Kunstcharakter abweichen. 
Von besonderem Interesse ist der Durchgang durch's 
rothe Meer, wie er mit reichlicher mythologischer Aus- 
schmückung und so auch mit der weiblichen Figur dieses 
Meeres (der "Egvägo? ädzlaooa laut der Inschrift) in meh- 
reren Miniaturgemälden abgebildet ist. Zuerst in einer 
Handschrift der Werke des Gregor von Nazianz aus der 
zweiten Hälfte des 9. Jahrhunderts (zwischen 867-886) 
in Paris 2), wo jedoch nur die Personification des rothen 
Meeres erscheint, eine nackte weibliche Gestalt mit einem 
Ruder in der Hand, welche auf das Geheiss des Moses 
wartet, der mit seinem Stabe die Wasser zurückwinkt. 
Sodann mit dem Untergang des Pharao in zwei Hand- 
schriften, einer pariser aus dem 10. Jahrhundert und einer 
vaticanischen aus dem H. 12. Jahrhundert, die wegen 
der Figuren des Abgrundes und der Nacht schon früher 
erwähnt sind 3). Die erstere stellt das Ereigniss in zwei 
 Wie v. Rumohr bemerkt, Italien. Forschungen Tli. l. S. 224. 
z] K. Bibl. Mss. grecq. n. 510. ehemals n. 1809. Die Handschrift 
ist beschrieben von Mont-faucon Palaeogr. graec. p. 250 sqq. 
Von jenem Bilde ist eine kurze Angabe bei Millin Voy. dans 
le lnidi de la France T. Il. p. 356. not. und eine Beschreibung 
bei Waagen Kunslw, und Künstler in Paris S. 212. n. 28, b. 
3) S. Oben S. 115. 360 f.
        

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