Bauhaus-Universität Weimar

Titel:
Mythologie der christlichen Kunst von der ältesten Zeit bis in’s sechzehnte Jahrhundert
Person:
Piper, Ferdinand
Persistente ID:
urn:nbn:de:gbv:wim2-g-1027018
PURL:
https://digitalesammlungen.uni-weimar.de/viewer/resolver?urn=urn:nbn:de:gbv:wim2-g-1032863
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Die andere, 
läuft: 
welche 
11m 
den 
obern 
Rand 
des 
Beckens 
 Quatuor irrorant paradisi flumina mundum 
Virtutesque rigant totidem cor crimine mundum; 
Ora prophetarum qu(a)e vaticinata fuerunt 
H(a)ec rata scriptores evangelii cecinerunt. 
Aber auch an einem Abendmahlskelch sind die Figuren 
der Paradiesesilüsse angebracht, der ehemals in der Abtei 
Weingarten sich befand 1), ein Werk des Conrad de Huse 2): 
wie nehmlich am Fuss und Körper desselben" in je vier 
Medaillons alt- und neutestamentliche Ereignisse, die 
einander entsprechen, wie die Sündfluth und die Taufe 
Christi, abgebildet sind, so erscheinen zwischen diesen 
Medaillons unten die liegenden Figuren der vier Flüsse, ihre 
Urnen ausgiessend, mit beigeschriebenen Namen, oben die 
symbolischen Figuren der Evangelisten. 
Nach dieser vielfältigen Ausschmückung kirchlichen 
Geräths mit den personificirten Paradiesesflüssen kann es 
nicht auffallen, dass diese Figuren auch an den Kirchen- 
gebäuden selber gebildet sind: solche Bildwerke sind aus 
dem 12. Jahrhundert in der Kathedrale zu Autun und in 
der Kirche zu Vezelay; in beiden haben die Flussgötter 
Kronen auf .dem Haupt, in der letztern (wo sie an einem 
Kapitäl der Südseite erscheinen) zeigt sich die schon 
anderweit bemerkte Verschiedenheit, dass drei derselben 
aus Urnen das Wasser fliessen lassen, während der vierte 
es aus dem Munde speitä). 
Endlich sind zuweilen die Paradiesesströme mit Be- 
1) Abgebild. bei Gerbert Vet. Iiturg. Alemann. P. I. p. 219. 
Tab. III. d'Agincourt Scult. Tav. XXIX, 28. Didron Annal. 
archeäol. T. III. zu p. 207. 
2) Nach Gerbert wird nur der Name dieses Meisters aufgeführt von 
Cicognara Storia d. scult. V0]. III. ed. in 8". p. 107. 
n) Crosni er im Bulletin monum. par de Caumont. T. XIV. p. 179.
        

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