Bauhaus-Universität Weimar

Titel:
Mythologie der christlichen Kunst von der ältesten Zeit bis in’s sechzehnte Jahrhundert
Person:
Piper, Ferdinand
Persistente ID:
urn:nbn:de:gbv:wim2-g-1027018
PURL:
https://digitalesammlungen.uni-weimar.de/viewer/resolver?urn=urn:nbn:de:gbv:wim2-g-1032827
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Es weicht also die Combinatioxi der Flüsse mit den Evan- 
gelisten von der aus dem Evangelistarium von Nieder- 
münster eben angeführten insofern ab, als dort die Flüsse 
zu Matthäus und Johannes umgetauscht sind. Uebrigens 
erscheint hier neben den sitzenden Figuren der Flüsse, 
welche ihre Urnen ausgiessen, ein Baum, den drei von 
ihnen mit der einen Hand anfassen.  Hierauf folgt die 
eherne Säule, welche von Bernward Bischof von Hildes- 
heim im J. 1022 im Michaeliskloster errichtet worden 
und jetzt im Domhof daselbst sich befindet: während der 
Schaft derselben mit 28 Darstellungen aus der Lebens- 
geschichte Jesu von der Taufe bis zum Einzug in Jerusalem 
geschmückt ist, woran sich ein (im J. 1544 zerstörtes) 
Crucifix anschloss, welches auf dem Kapital ruhte, zeigt 
die Basis auf jeder Ecke der Plinthe eine der Figuren der 
Paradiesesflüsse mit der Urneyaus der Wasser strömt 1).  
Eine ähnliche Bestimmung wie der eben beschriebene 
Deckel _von Goldblech und Elfenbein hat wahrscheinlich 
eine Kupferplatte aus dem Uten oder 12. Jahrhundert, 
jetzt im Museum Cluny zu Paris 2), gehabt, die auch den- 
selben Gedanken ausdrückt: sie zeigt nehmlich in der 
Mitte eines Kreuzes das Lamm Gottes mit der Kreuzes- 
fahne, umher in den Feldern zwischen den Armen des 
Kreuzes die Flüsse des Paradieses als männliche Figuren, 
die beiden obern (Gyon, Phison) jugendlich, die beiden 
tmtern (Tygris, Everates) bärtig und gehörnt, die sämmt- 
1) Kratz Der Dom zu Hildesheim Th. II. S. 66. mit Abbild. 
Taf. VII. Vergl. Augusti Beitr. zur christl. Kunstgesch. Bd. I. 
S. 204. 
2) Abgebild. bei Lenormant 'I'rös0r de uumisln. et de glypt. 
Rec. de basrel. et d'ornem. T. II. Pl. 32. du S0 m merard 
Los arts du moyen äge. Album. Ser. IX. PI. 25; beschrieben 
von Guilbermy in Didrou Annal. archäol. T. I. p. 47. und 
von Didron Iconogr. chret. p. 326. mit Abbildung des Lammes.
        

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