Bauhaus-Universität Weimar

Titel:
Mythologie der christlichen Kunst von der ältesten Zeit bis in’s sechzehnte Jahrhundert
Person:
Piper, Ferdinand
Persistente ID:
urn:nbn:de:gbv:wim2-g-1027018
PURL:
https://digitalesammlungen.uni-weimar.de/viewer/resolver?urn=urn:nbn:de:gbv:wim2-g-1027879
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Dem zur Seite geht die Entwickelung landschaftlicher 
Elemente in christlichen Scenen, wofür das 13. Jahr- 
hundert den ersten Wendepunkt bildet. Denn seitdem, 
in dem Maass als jene Personificationen der Natur ver- 
schwinden, nimmt das Interesse für die wirkliche Natur- 
erscheinung und deren künstlerische Darstellung zu und 
steigert sich im Lauf der Jahrhunderte bis dahin, dass 
ES der Landschaftsmalerei ein selbständiges Gebiet und 
gleiche Berechtigung neben der historischen Malerei er- 
obert.  Die erste Bel-hätigung dieses Interesse bei 
einer noch rohen Auffassung der Natur zeigt sich um 
die Mitte des 13. Jahrhunderts in Wandmalereien, welche 
ehemals den Chor der Johanniskirche zu Gorkum schmück- 
ten: auf dem Boden der Felder sind Blumen und Blätter 
hingestreut, im Paradiese tragen die Bäume gemeine 
Aepfel und die ersten Thiere der Schöpfung geben sich 
deutlich als unsere bekannten Hausthiere zn erkennen l). 
Die Mosaiken der Chornisehe von San Miniato a1 monte 
bei Florenz, vom J. 1297, in denen Christus thronend 
alllläseiner grünen Wiese dargestellt ist, gehören zwar 
Hochidem beschränkt byzantinischen Stil an, aber die 
Thiere, namentlich die zahlreich auf der Wiese vertheil- 
ten Vögel, zeigen eine auffallende Naturtreue 2). Weiter 
macht sich in französischen Minaturen zum Leben des 
h. Dionysius in einer Pariser Handschrift 3) aus dem 
Anfang des 14. Jahrhunderts (vom J. 1316) das Be- 
streben bemerklich, die Räumlichkeit näher zu bezeich- 
llßn durch Bäume in Form eines Eichenzweiges, einen 
home diary for 1845. London, Verlag von Longman; s. 
hlatt 1845. S. 67. 
I) Schuaase im Kunstblatt, 1847. S. 30. 
2) Kugler Handb. der Gesch. der Malerei von Burckh. 
S. 296 f. 
a) Waagen a. a. O. S. 304. 
Kunst- 
Th. l.
        

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