Bauhaus-Universität Weimar

Titel:
Mythologie der christlichen Kunst von der ältesten Zeit bis in’s sechzehnte Jahrhundert
Person:
Piper, Ferdinand
Persistente ID:
urn:nbn:de:gbv:wim2-g-1027018
PURL:
https://digitalesammlungen.uni-weimar.de/viewer/resolver?urn=urn:nbn:de:gbv:wim2-g-1032721
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Flussgötter mit Hörnern an der Stirn begabt 1), was ein- 
mal in Verbindung mit einem andern, ungewöhnlichen 
Attribut zu dem Missverständniss geführt hat, als 0b der 
Satan vorgestellt sei. Das gewöhnliche Attribut ist die 
Urne, aus welcher sie das Wasser fliessen lassen 2): ein- 
mal sind es statt der Urne lange Schläuche, mittelst deren 
zwei männliche Figuren den Fluss ausgiessen 3). Einige- 
mal aber geschieht es, dass die Flussgötter statt das 
Wasser auszugiessen, es mit dem Munde ausspeien,  
sei es dass sie in ganzer Figur oder nur als Masken ge- 
bildet sind 4). Und es wird sogar bei mehreren Fluss- 
göttern in einem und demselben Bilde mit beiden Vor- 
stellungen abgewechselt 5). Dazu kommen noch einige 
seltene Attribute: namentlich bei den vier Flüssen des 
Paradieses ein Baum (als Andeutung des Gartens Eden), 
den sie umfasst halten ß); ferner erscheint der Jordan 
einmal mit einem Fisch in der Hand und einer Schlange 
 Der Jordan bei dem verherrlichten Christus auf dem Evangel. 
9. Jahrh. (angeblich Karls des Kahlen) zu Paris, desgleichen 
bei der Taufe Christi in dem Benedictinnale Ethelwolds 10..lahrh. 
zu Chatsworth; die vier Flüsse des Paradieses im Evangel. 
12. Jahrh. aus Niedermüxister zu München (Cim.  
2) Aber ungewöhnlich ist die Form derselben gleich einer Flasche 
mit langem Halse, woraus der Wasserstrahl fliesst, bei den vier 
Paradiesesfliissen auf einer Kupferplatte 12. Jahrh. zu Paris. 
3) lnPredigten des Mönchs Jacobus 12. Jahrh. zu Rom, b. d'Agin- 
court Pitt. Tav. L, 3. 
4) In letzterer Art die vier Flüsse des Paradieses in der Benedictio 
fontis 9. Jahrh. zu Rom und auf dein Taufstein 11. 12. Jahrh. 
zu Altenstadt; -V0rstellungen der erstern Art s. in der folg. Anm. 
5) Von den vier Flüssen des Paradieses giessen zwei das Wasser 
aus Urnen, zwei speien es aus dem Munde, im Evangel. 12.Jahrh. 
zu Trier. Oder einer von den vieren speit es aus, in Sculpturen 
12. Jahrh. an der Kirche zu Vezelay. 
ü) Auf dem eptcrnacher Evangel. 10. Jahrh. zu Gotha; im Evangel. 
12. Jahrh. aus Niedermünster zu München (Cim. 
        

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