Bauhaus-Universität Weimar

Titel:
Mythologie der christlichen Kunst von der ältesten Zeit bis in’s sechzehnte Jahrhundert
Person:
Piper, Ferdinand
Persistente ID:
urn:nbn:de:gbv:wim2-g-1027018
PURL:
https://digitalesammlungen.uni-weimar.de/viewer/resolver?urn=urn:nbn:de:gbv:wim2-g-1032660
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von den Fluthen ereilt sind und ein schreckliches Ge- 
tümmel zeigen, während die zur Linken noch in ge- 
schlossenen Gliedern reiten. Auf eben dieser Seite nun, 
im Vordergrunde, sind drei sitzende Figuren gebildet; 
vor Pharao's Wagen ein bärtiger Greis, offenbar der Gott 
des rothen Meeres, der in der Linken nach dem Belief 
zu Rom ein Füllhorn, nach dem zu Arles zwei Aeste 
(oder vielmehr Schilfrohr) hält, die Rechte streckt er 
gegen die Bosse Pharads aus;  weiter links zwei 
weibliche Figuren oder Nymphen, von denen im Folgen- 
den (S. 57.) dieRede sein wird.  Noch zwei andere 
Sarkophage zind zu Arles, die denselben Gegenstand mit 
einigen Abweichungen zeigen 1), und einer zu Aix2): 
die Abweichungen bestehen vornehmlich darin, dass der 
Meergott, statt das Füllhorn in der Linken zu haben, 
mit dem linken Arm auf eine Urne sich stützt, welche 
Wasser ausströmen lässt, und dass statt der beiden weib- 
liehen Figuren nur eine erscheint. 
Die zweite Scene, die zu einer ähnlichen Personi- 
fication Veranlassung gegeben, ist die Himmelfahrt des 
Elias, welche in der Nähe des Jordan erfolgte, als der 
Prophet mit seinem Schüler Elisa von Jericho kommend 
über den Fluss gegangen war (2 Kön. 2, 7-13.) Dein- 
zufolge ist der Flussgott des Jordan bei diesem Ereigniss 
vorgestellt an der Querseite zweier Sarkophage aus dem 
vaticanischen Cömeterium, von denen der eine, der wegen 
der auf der Vorderseite befindlichen Figuren von Amor 
und Psyche schon früher vorgekommen ist 3), jetzt in 
der Peterskirche steht, der andere mit den durch Kauf 
1) Wie Millin l. c. p. 538. nur kurz erwähnt. 
2) Abgebild. bei Millin l. c. T. II. p. 353-359. Pl. L. üg. I. 
a) Oben Th. I. S. 215 f. Die Querseiten sind abgebild. bei Bosio 
p. 77. Aringhi T. I. p. 309. Bottari T. I. Tav. XXIX.
        

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