Bauhaus-Universität Weimar

Titel:
Mythologie der christlichen Kunst von der ältesten Zeit bis in’s sechzehnte Jahrhundert
Person:
Piper, Ferdinand
Persistente ID:
urn:nbn:de:gbv:wim2-g-1027018
PURL:
https://digitalesammlungen.uni-weimar.de/viewer/resolver?urn=urn:nbn:de:gbv:wim2-g-1032644
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die der Quellnymphe vor der Stadt Nahor in Miniaturen der 
Wiener Handschrift der Genesis aus dem 4ten oder 5. Jahr- 
hundert, die auch in Bezug auf die Perscnification der Sonne 
die erste Stelle einnahm 1). Da wird nehmllch Rebecca am 
Brunnen vor der Stadt Nahor und das Zusammentreffen 
des Knechtes Abrahanfs mit ihr in zwei Gemälden ge- 
schildert. Das eine?) zu 1 Mos. 24, 16. 18. lässt rechts 
im Hintergrunde die Stadt Nahor erblicken, links sieht 
man die Nymphe, eine halbnackte Figur sitzend und auf 
eine Urne sich stützend, aus der die Quelle entspringt: 
und die Bebecca mit einem Kruge auf der Schulter, wie 
sie zum Brunnen hinabsteigt, um ihn zu füllen; in der 
Mitte erscheint die folgende Scene, der Knecht Abrahams 
mit seinen Kameelen, dem die Bebecca aus ihrem Kruge 
zu trinken giebt. Eben so ist in dem folgenden Ge- 
mälde 3), in welchem man an derselben Stelle nach lMos. 
24, 23-25. den Knecht Abrahams mit der Bebecca im 
Gespräch begriffen sieht, die Nymphe der Quelle vor- 
gestellt. 
Demnächst ist es eine Anzahl Sarkophagreliefs, welche 
in zweierlei Scenen eine Personification von Fluss und 
Meer bringen. Erstens bei dem Durchgang durch's rothe 
Meer,  von dem eine seltene, in ihrer Art einzige 
Darstellung mehrmals wiederholt ist, worin der Eine Ge- 
genstand die ganze Vorderseite einnimmt: diese Scene 
weicht gänzlich ab von der Einfachheit und so zu sagen 
architectonischen Uebersichtlichkeit, die man sonst in den 
altchristlichen Sarkophagreliefs gewohnt ist, deren einzelne 
Vorstellungen in der Regel nur Gruppen von zwei bis 
1) S. oben S. 124. 
2) Abgeb. bei Lambec. Comment. Lib,IlI. zu 
ed. Kollar. Tab. XIII. 
3) Ebendas. zu p. 5. 0d. vet. p. 14. ed. Kollar.
        

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