Bauhaus-Universität Weimar

Titel:
Mythologie der christlichen Kunst von der ältesten Zeit bis in’s sechzehnte Jahrhundert
Person:
Piper, Ferdinand
Persistente ID:
urn:nbn:de:gbv:wim2-g-1027018
PURL:
https://digitalesammlungen.uni-weimar.de/viewer/resolver?urn=urn:nbn:de:gbv:wim2-g-1032638
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Rhein. Aber der Consul verschmähe eitlen Prunk und 
feiere einen bessern Triumph in den Herzen der Menschen. 
Sehr merkwürdig ist in Bildwerken mit biblischen 
Scenen, aber ohne Zusammenhang damit, das Vorkommen 
von Tritonen l), das sind nach heidnischem Mythus Dä- 
monen des Meeres, die in einen Fischleib endigen und 
meist in eine Muschel blasen: so erscheinen sie oberhalb 
der Ecksäulen in den Zwickeln eines Bogens oder in einem 
Friese auf drei altchristlichen Sarkophagen, von denen 
zwei in Arles sind, einer in Leyden. Dazu kommen 
auf einem dieser Sarkophage Delphine, je zwei zu beiden 
Seiten einer Muschel über zwei mittleren Säulen,  wie 
Delphine für sich sonst öfters auf altchristlichen Grab- 
steinen sich zeigen. Dieser ganze Kreis von Vorstellungen 
scheint einem mythischen Gedanken entlehnt zu sein, 
worauf besonders die blasenden Tritonen hinweisen: es 
ist der Gedanke von einer Meerfahrt der abgeschiedenen 
Seelen, gleich der Ueberfahrt nach den Inseln der Seeligen, 
welche auf heidnischen Grabmälern öfters abgebildet ist,  
wie schon oben erklärt ist 2). 
2. Wenden wir uns hiernach zu den biblischen Scenen 
mit Fluss- oder Meergöttern; so sind zwar in eben 
diesem Zeitalter die Paradiesesflüsse, die sich in einem 
neutestamentlichen Sinn nach allegorischer Deutung häufig 
vorgestellt finden, noch nicht personificirt, während sie 
später ganz gewöhnlich in menschlicher Gestalt erscheinen. 
Von alttestamentlichen Vorstellungen aber steht hier voran 
Von einem Triton ist auch die Bede bei einem -christlichen 
Dichter, dem Sidonius Apollinaris in einem Epigralnm 
auf die silberne Muschel, welche Euoclius der gothischen Königin 
Bagnahilda darbrachte, in EpistÄ 8. ad Eu0d., auch bei Mai 
Script. veL. nov. Collect. T. V. p. 198, 6: 
Pistrigero quae concha vehit Tritune Cylhcren 
Huc sibi cnllata cedcre mm duhilel. 
Ü 
Tli. 
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