Bauhaus-Universität Weimar

Titel:
Mythologie der christlichen Kunst von der ältesten Zeit bis in’s sechzehnte Jahrhundert
Person:
Piper, Ferdinand
Persistente ID:
urn:nbn:de:gbv:wim2-g-1027018
PURL:
https://digitalesammlungen.uni-weimar.de/viewer/resolver?urn=urn:nbn:de:gbv:wim2-g-1027859
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antiken als mit der christlichen Kunst des Mittelalters in 
Gegensatz, der sich nicht bloss in der Auslassung jener 
Pßrsoniiicationen, sondern darin zeigt, dass etwas Anderes 
an die Stelle tritt,  eine Richtung, die seit längerer 
Zeit sich vorbereitet hatte. 
Zwar die ältere christliche Kunst war ausschliesslich 
geschichtlich: zumal der heiligen Geschichte waren ihre 
Stoffe entnommen. Und ein geschichtliches Ansehn neh- 
men auch die Erscheinungen aus der Natur an, die etwa 
zur Andeutung der räumlichen und zeitlichen Verhältnisse 
der Ereignisse aufgenommen wurden, sofern es mensch- 
liche Gestalten sind, welche sie repräsentiren. Die land- 
schaftlichen Elemente, die sich vorfinden, haben fast nur 
Symbolische Bedeutung, wie der Palmbaum mit dem Phönix, 
der Berg, von dem die vier Ströme fliessen, der Wasser- 
hrunnen, zu dem ein Hirsch eilt,  während sie später 
dogmatischen Gedanken untergeordnet erscheinen, wie in 
der Darstellung des Paradieses und der Weltschöpfung. 
Nur an einem Punkt zeigt sich eine Selbständigkeit 
landschaftlicher Scenen im Anschluss an eine alterthüm- 
liche Ueberlieferung: das sind die Bilder der monatlichen 
Beschäftigungen, welche auf antike Vorbilder zurück- 
weisen, wie ein solches enthalten ist in dem Kaleudarium 
des Bucherius in einer Wiener Handschrift 1) verfertigt 
um 354. Von der Art sind die Bilder einer florentiner 
Handschrift ungefähr aus dem H. Jahrhundert, zu An- 
fang jedes Monats eine Figur, die mit Einsammlung der 
Wichtigsten Erzeugnisse oder mit deren Verarbeitung oder 
auch mit Abwehr der Bedrängnisse bestimmter Jahres- 
zeiten beschäftigt isti). Und seit dieserZeit erscheinen 
die Monatsbilder in ununterbrochener Folge, namentlich 
Zuletzt abgebild. 
-983. 
Th. I. S. 352. 
 Cod. class. bist. prof. n. 452. 
Anal. Vindob. T. I. zu p. 961- 
2) Bumohr Italien. Forschungen 
Kollar, 
bei
        

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