Bauhaus-Universität Weimar

Titel:
Mythologie der christlichen Kunst von der ältesten Zeit bis in’s sechzehnte Jahrhundert
Person:
Piper, Ferdinand
Persistente ID:
urn:nbn:de:gbv:wim2-g-1027018
PURL:
https://digitalesammlungen.uni-weimar.de/viewer/resolver?urn=urn:nbn:de:gbv:wim2-g-1032607
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Retter (damig) und Befreier von aller Seuche und allem 
Uebel gepriesen wird 1): es ist aber im heidnischen Cultus 
etwas Gewöhnliches, vermöge des heilsamen Gebrauchs des 
Quell- und Flusswassers dessen Gottheit als Heilgctt zu 
verehrenz), ohne dass auch nur eine Anspielung auf das 
christliche Heil darin zu erkennen wäre.  
Schliesslich erinnern wir an ein schon besprochenes 
Bildwerk mit der Figur eines Flussgottes, welches da- 
durch merkwürdig ist, dass es später eine christliche 
Verwendung erhalten hat: es ist das Marmorrelief im 
capitolinischen Museum mit den Nymphen, von denen 
Hylas geraubt wird, und dem Gott des Flusses Ascanius, 
in dessen Nähe dieser Mythus spielt, nebst andern Figuren; 
nach der ursprünglichen Unterschrift den Quellnymphen 
gewidmet, ist es nachgehends durch eine christliche In- 
schrift dem Andenken des Priesters Bonifatius geweiht 
werden 3). 
Hiernach ist nun die Vorstellung von Flussgöttern, 
Fluss- und Quellnymphen auch auf die christliche Kunst 
übergegangen. Das Hauptattribut derselben ist hier gleich- 
falls eine Urne, aus welcher Wasser lliesst;  doch 
sind sie auch mit einem Ruder versehn und haben einen 
 Boeckh Corp. iuscr. Gr. n. 3165. T. II. p. 719. aufgenommen 
von Mai l. c. p. 28, 3. 
2) S0 ist von dem Volk zu Nissa in Sicilien dem Asklepios und 
dem Fluss Himera ein Denksteiil errichtet, Boeckh et Franz 
Corp. inscr. Gr. n. 5747. T. III. p. 672. 
a) S. oben Tb. l. S. 44 f. Abgebild. seitdem auch bei O. Jahn 
Arcbäol. Beitr. S. 63. Taf. IV, 2.  Auch ein Wandgemälde 
mit. dem Raub des Hylas und dem Flussgott in einem Tempel, 
vermuthlich der Isis, zu Rom ist nach Umwandlung desselben 
in die Kirche S. Andrea di Barbara (um 475) geblieben und 
hat sich daselbst bis gegen Ende des 17. Jahrhunderts erhalten; 
s. oben Tb. I. S. 49 f.
        

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