Bauhaus-Universität Weimar

Titel:
Mythologie der christlichen Kunst von der ältesten Zeit bis in’s sechzehnte Jahrhundert
Person:
Piper, Ferdinand
Persistente ID:
urn:nbn:de:gbv:wim2-g-1027018
PURL:
https://digitalesammlungen.uni-weimar.de/viewer/resolver?urn=urn:nbn:de:gbv:wim2-g-1027841
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des 16. Jahrhunderts übergegangen,  jedoch nur ge- 
theilt. Michelangelo brachte auf Grabmälern die Per- 
sonification von Tag und Nacht, von Morgen und Abend 
an, so wie die mythischen Gestalten von Himmel und 
Erde. Raphael ordnete in seinen Tapeten, in den s0ckel- 
artigen Darstellungen unterhalb der Hauptbilder aus der 
Apostelgeschichte, dem Papst Leo als Verehrer des klas- 
sischen Alterthums zu Liebe, mythische Figuren, wie die 
Göttin Roma, ferner Fluss-, Berg- und Waldgottheiten, 
auch die Jahres- und Tageszeiten an; er nahm in seinem 
Entwurf der Schöpfung, der in den Mosaiken von S. Maria 
del popolo ausgeführt ist, die Planetengötter auf und den 
Flussgott des Jordan einigemal in seiner sogenannten 
Bibel, den alttestamentlichen Scenen in den Loggien des 
Vatican. Aber ebendaselbst ist von ihm bei der Taufe 
Christi die Personification des Flusses vermieden, wie bei 
der Schöpfung die von Sonne und Mond. S0 hat auch 
Michelangelo bei demselben Gegenstand in der Sixtinischen 
Kapelle diese beiden Himmelskörper nur nach ihrer natür- 
lichen Gestalt vorgestellt. 
Es war nehmlich ein anderes, nicht minder mäch- 
tiges Interesse, das, obwohl es für das ganze Gebiet des 
historischen Mythus freie Hand liess, für Scenen aus der 
Natur jener Neigung entgegenwirkte. Dies zwiefache 
Interesse lasst den Wendepunkt erkennen, in welchem 
die Kunst damals stand, indem es bezeugt, wie jene 
Meister einerseits der antiken Kunst zugewandt waren, 
andererseits das Princip der modernen Kunst vertreten. 
Ausbildung der Landschaft, Uebergang von 
der mittelalterlichen zur modernen Kunst 
und Gegensatz beider. 
1. Denn die moderne Kunst, 
Jahrhundert sich entwickelte, tritt 
wie sie seit dem 
hier sowohl mit 
15. 
der
        

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