Bauhaus-Universität Weimar

Titel:
Mythologie der christlichen Kunst von der ältesten Zeit bis in’s sechzehnte Jahrhundert
Person:
Piper, Ferdinand
Persistente ID:
urn:nbn:de:gbv:wim2-g-1027018
PURL:
https://digitalesammlungen.uni-weimar.de/viewer/resolver?urn=urn:nbn:de:gbv:wim2-g-1032410
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Lenden, vorgestellt, jedoch nicht ohne einige nähere 
Charakteristik: namentlich bei dem letzten Liede Mosis 
der Berg Sinai (ögog Zwei) 1), ein Mann von strengem 
Ansehn, der mit der Linken auf einen Felsen sich stützt 
und mit der ausgestreckten Rechten die Wurzel eines 
Baumes fasst. Gleich zu Anfang aber erscheint auf einem 
Bilde des David, der die Leier auf dem Schooss und 
neben sich eine weibliche Figur, die Melodie, hat, im 
Vorgrunde der Berg Bethlehem 2) in männlicher Gestalt, 
mit einem grünen Zweige bekränzt, welcher die Rechte 
auf das Haupt legt und in der Linken einen Baumzweig 
hält: auffallend ist, dass ungeachtet der Name (F590; 
Bqälsäu) dabei geschrieben steht, der Herausgeber des 
Bildes die Figur des Berges für einen Flussgott genommen 
hat. Und noch einmal auf einem Bilde des David, der 
den Löwen und den Bären erschlägt (1 Sam. 17, 34 ff), 
wobei eine weibliche Gestalt, die Stärke, ihn zur That 
antreibt, ist der Berg vorgestellt als eine junge männliche 
Figur, welche aus einem Felsen dem Vorgang bewundernd 
zusieht 3).  
4. Diese Vorstellung findet sich erst wieder unter 
dem erneuerten Einfluss der Antike, im 16. Jahrhundert. 
1) Bl. 422. beschrieben von Montfaucon Palaeogr. Gr. p. 13; 
Waagen Kunstw. u. Künstler in Paris S. 222. n. 10. 
2) Bl. 1. beschrieben von Montfancon l. c. p. 11.; abgebild. 
bei Duval Monum. des arts du dessin rec. par le B. Denon 
T. I. Pl. XXXIX. (s. oben Th. I. S. 25  der aber nicht 
wusste, dass das Bild in einer Catena zu den Psalmen steht: 
daher er irrig den Sänger für den Orpheus erklärt, ohne auch auf 
den Namen des Berges zu achten, wie schon im Text gerügt 
ist.  Neuerdings beschrieben von Waagen a. a. O. S. 218. 
n. 1. darnach von Schnaase Gesch. der bildenden Künste 
Bd. III. S. 219. 
a) Waagen a. a. O. S. 219. n. 2.
        

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