Bauhaus-Universität Weimar

Titel:
Mythologie der christlichen Kunst von der ältesten Zeit bis in’s sechzehnte Jahrhundert
Person:
Piper, Ferdinand
Persistente ID:
urn:nbn:de:gbv:wim2-g-1027018
PURL:
https://digitalesammlungen.uni-weimar.de/viewer/resolver?urn=urn:nbn:de:gbv:wim2-g-1032401
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die Kinder Israel zum erstenmal seit ihrem Auszug aus 
Aegypten beschnitt (Jos. 5, 3.) 1): der beigeschriebene 
Name des Hügels (ßovvdg 10321 äxgoßüorwv) lässt über 
die Person keinen Zweifel. Sodann der Berg Ebal, auf 
welchem nach Besiegnng des Königs von Ai und Ver- 
brennung der Stadt ein Altar gebanet wurde (Jos. 8, 30) 2): 
er stützt sich auf den linken Arm und halt die Rechte 
an den Kopf zum Zeichen des Schmerzes über diese Vor- 
gänge; unter ihm steht Josna betend vor dem Altar, 
oberhalb dessen neben der Figur des Berges die segnende 
Hand Gottes aus dem Himmel hervorragt. So springt 
hier der Gegensatz scharf inis Auge zwischen der Sym- 
bolik des Göttlichen und der Personification des Natür- 
lichen, worauf in der Einleitung (S. 4.) hingewiesen ist: 
man hatte kein Bedenken, den Berg als Person vorzu- 
stellen, während Gott nur durch die Hand angedeutet wird. 
Was das folgende Zeitalter betrifft, so ist zwar in 
einer vaticanischen Handschrift der Topographie des Cos- 
mas aus dem 9. Jahrhundert, deren Miniaturen aber von 
dem Original (welches dem 6. Jahrhundert angehört) 
copirt sein werden, bei der Himmelfahrt des Elias neben 
dem Jordan ein Berg angedeutet, mit der Inschrift 590g,  
jedoch nur durch Umrisse in Nachahmung der natürlichen 
Erscheinung, obwohl dem Fluss menschliche Gestalt ge- 
geben ist 3). Aber in einer pariser Handschrift aus dem 
Anfang des 10. Jahrhunderts, derselben, welche bei dem 
Bilde des Jesaias die Figuren der Nacht und des Morgens 
enthält (s. oben S. 359  sind die Berge wiederum als 
nackte männliche Figuren, nur mit einem Schurz um die 
1) Abgebild. bei d'Agincourt Pitt. Tav. XXVIII, 6. und in der 
Grösse des Originals nach einer Durchzeichnung Tav. XXIX, 3. 
2) Ibid. Tav. XXVIII, 16. Vergl. Buonarroti Vasi di vetro p. 7. 
S) S. unten S. 56, 2, 3.
        

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