Bauhaus-Universität Weimar

Titel:
Mythologie der christlichen Kunst von der ältesten Zeit bis in’s sechzehnte Jahrhundert
Person:
Piper, Ferdinand
Persistente ID:
urn:nbn:de:gbv:wim2-g-1027018
PURL:
https://digitalesammlungen.uni-weimar.de/viewer/resolver?urn=urn:nbn:de:gbv:wim2-g-1032388
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Aktäon. Derselbe war auch in einem Gemälde, das Phi- 
lostratus beschreibt 1), bei der Geburtdes Bacchus vor- 
gestellt mit einem vom Haupt ihm sinkenden Epheukranz, 
beklagend was bald auf ihm vorgehn sollte, den Tod des 
Aktäon und des Pentheus. In einem andern Gemälde des 
Philostratus 2) sah man beim Untergang des Hippolytus die 
Bergwarten (Exomal), auf denen er mit der Artemis 
gejagt hatte, in weiblicher Gestalt vor Trauer ihre Wangen 
zerfleischend.  Endlich sind es eine Anzahl Münzen, 
die einen Berggott enthalten, besonders lydische: auf 
Münzen von Sardes so wie von Tmolus ist der Berg 
Tmolus, auf Münzen von Magnesia der Sipylus als ein 
bärtiger Kopf vorgestellt 3). Hingegen erscheint das Ge- 
birge Rhodope auf Münzen von Philippopolis in Thracien 4) 
als eine weibliche Figur mit einer Blume in der Hand, 
die auf Steine sich stützt und Bäume hinter sich hat. 
2. Eine Personification der Berge ist auch der heiligen 
Schrift geläufig, die auch heilige Berge kennt: sowohl 
wo der Herr vorübergehend erschienen ist, den Sinai 
(2 Mos. 19, 12.   als zumal den Berg Zion (Sachar. 
8,  das ist der eigentliche Berg Gottes (Ps. 2, 6. 3,  
wo er dauernd den Ort [seiner Wohnung (Ps. 68, 17. 
Jerem. 31,  das heisst die Stätte seiner Offenbarung 
hat. Der Offenbarung Gottes gegenüber aber leiht sie 
den Bergen, gleichwie andern Theilen der Natur, mensch- 
liches Empfinden. „Er stehet und misset die Erde", 
spricht der Prophet (Habac. 3,  „und es zerstieben 
die ewigen Berge, es sinken die alten Höhen" 5). Die 
1) Philostrat. Imag. Lib. I. c. 
2) lbid. Lib. n. c. 4. 
5) Eckhel Doctr. numm. T. III. 
4) Ihid. T. II. p. 44. 
 Vergl. Olfenb. 6, 14. 16, 20. 
106.
        

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