Bauhaus-Universität Weimar

Titel:
Mythologie der christlichen Kunst von der ältesten Zeit bis in’s sechzehnte Jahrhundert
Person:
Piper, Ferdinand
Persistente ID:
urn:nbn:de:gbv:wim2-g-1027018
PURL:
https://digitalesammlungen.uni-weimar.de/viewer/resolver?urn=urn:nbn:de:gbv:wim2-g-1032279
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vor jedem Evangelium ausser andern Miniaturen eine 
Inschrifttafel, zum Theil umgeben von symbolischen Fi- 
guren,  wie vor dem Evangelium des Lucas die Tafel 
mit den 4 Elementen; die früher (oben S. 98.) erwähnt 
ist. Vor dem Evangelium Johannis aber steht diese 
Inschrift: 
 Quadrifidas ymrtes habitantes quique lideles  
devota mente transcendant terrea queque 
ut cum Johanne Christum mereantur adire; 
welche rings umgeben ist von den Figuren derWelt- 
gegenden in folgender Ordnung: 
  Oriens 
  Septentrio Meridies 
Occidens. 
Sie erscheinen in Runden auf Goldgrund in etwas mehr 
als halber Figur, Verschiedenfarbig gekleidet 1), sonst ohne 
besondere Eigenthümlichkeiten: der Norden zieht sein 
Gewand irostig zusammen, der Süden hat in jeder Hand 
ein feuriges Bündel, der Westen hält das Haupt geneigt. 
Die Bedeutung der Figuren erhellt aus der Inschrift: es 
sinddic 4 Weltgegenden vorgestellt, weil überall her die 
Gläubigen kommen sollen, den Herrn anzubeten,  gleich- 
wie die Königin des Südens kam vom Ende der Erde, 
Sal5mo's Weisheit zu hören (Matth. 12, 42.) und wie 
dereinst die Auserwählten von den 4 Winden zur Wieder- 
kunft des Herrn versammelt sein werden (Marc. 13,   
Eine umgekehrte Bedeutung mögen die Figuren der Welt- 
gegenden auf dem vordern Deckel eines Evangeliarium 
in der Wallrafsichen Sammlung zu Köln haben, dessen 
Mitte in Hochrelief der thronende Erlöser einnimmt, in 
1) Der Norden in blauem Gewande; der Osten in blauem Unter- 
kleide mit rothem Mantel; der Süden in rothem Unterkleide mit 
blauem lllantel; der Westen in rothem Unterkleide mit weissem 
Mantel.  
Piper, Mythol 
Symbol. 
chr. 
Kunst. 
30
        

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