Bauhaus-Universität Weimar

Titel:
Mythologie der christlichen Kunst von der ältesten Zeit bis in’s sechzehnte Jahrhundert
Person:
Piper, Ferdinand
Persistente ID:
urn:nbn:de:gbv:wim2-g-1027018
PURL:
https://digitalesammlungen.uni-weimar.de/viewer/resolver?urn=urn:nbn:de:gbv:wim2-g-1032212
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andern durch Namen zweier Winde Boreas und Notos 
bezeichnet, wie es auch in der gedachten Stelle der Apo- 
calypse geschieht. 
Die Winde aber dienen die Weltgegenden zu ver- 
anschaulichen, da sie die Richtungen, welche sichtbar 
werden durch den Weg der Sonne, durch die Luftbe- 
wegung fühlbar machen. Und so werden sie, nachdem 
sie in dieser Beziehung unterschieden und eingetheilt 
sind, unmittelbar zur Bezeichnung der Weltgegenden ge- 
braucht. 
S0 geschieht es bei den Propheten des Alten Bundes, 
wo sich durchgängig die Ebintheilung in 4 Hauptwinde 
zeigt. In der Weissagung des Jeremias (49, 36.) wider 
Elam sagt Jehova: ich will die4 Winde aus den 4 Oertern 
des Himmels über sie kommen lassen und will sie in 
alle dieselbigen Winde zerstreuen. Und in Bezug auf 
die Abführung der lsraeliten in's babylonische Exil bei 
Zachar. 2, 6: ich habe euch in die 4 Winde unter dem 
Himmel zerstreut 1). Eben so von ihrer Wiedervereinigung 
bei Ezech. (37, 9.) spricht der Herr: Wind komm herzu 
aus den 4 Winden und blase diese Getödteten an, dass 
sie wieder lebendig werden. Der gleiche Ausdruck findet 
sich in der Weissagung des Neuen Testaments von den 
letzten Dingen,  namentlich in Bezug auf die Versamm- 
lung der Gläubigen bei der Wiederkunft des Herrn, 
Marc. 13, 27: dann wird er versammeln seine Auser- 
wählten von den 4 Winden, von dem Ende der Erde bis 
zum Ende der Himmel. 
Auch das klassische Alterthum befolgt die Ein- 
theilung in vier Hauptwinde, wie sie schon bei Homer 
Reichs 
11, 4. 
So wird von einer Zertheilung des persischen 
Winde des Hinnmels geweissagt bei Dan. 8', 8. 
0 
in 
die 
4
        

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