Bauhaus-Universität Weimar

Titel:
Mythologie der christlichen Kunst von der ältesten Zeit bis in’s sechzehnte Jahrhundert
Person:
Piper, Ferdinand
Persistente ID:
urn:nbn:de:gbv:wim2-g-1027018
PURL:
https://digitalesammlungen.uni-weimar.de/viewer/resolver?urn=urn:nbn:de:gbv:wim2-g-1032205
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Die 
Windrose 
und 
die 
Weltgegenden. 
Construction 
und 
Namen. 
Mit der Vorstellung der Winde hängt die der Welt- 
gegenden zusammen. Zunächst zwar sind die Weltge- 
genden ein astronomischer Begriff: die Richtung der Sonne 
im Mittag (die Mittagslinie) zeigt den Süden und gegen- 
über Norden,  ihre Richtung beim Aufgang und Unter- 
gang im Allgemeinen Osten und Westen an, welche 
genauer bestimmt werden durch den Aufgang und Unter- 
gang in den Nachtgleichen, eine Richtung, auf welcher 
die Mittagslinie senkrecht steht. Diese vier Weltgegen- 
den sind schon in der Genesis genannt: als Gott dem 
Abraham verheisst, ihm alles Land zu geben, welches er 
von der Stätte seiner Wohnung sehen könne, wird diese 
Totalität des Raumes durch Mitternacht, Mittag, Morgen 
und Abend bezeichnet (1 Mos. 13,  Und eben so 
verheisst der Herr dem Jacob die Ausbreitung seines 
Samens in die4 Weltgegenden (1 M0s.28, 14.) 1). Andrer- 
seits ist in der Apocalypse bei Beschreibung der heiligen 
Stadt, des himmlischen Jerusalem, und ihrer Thore von 
den 4 Weltgegenden die Rede (Apoc. 21,  
Doch wird auch schon durch zwei Weltgegenden, 
durch den Ausdruck von Aufgang bis zum Niedergang, 
die Totalität des Raums bezeichnet, wenn es bei Matth. 
heisst (8,  „viele werden kommen von Morgen und von 
Abend"; während in derselben Rede die Parallelstellehei Lu- 
cas (13, 29.) die 4 Weltgegenden nennt, und zwar die beiden 
1) Ferner kommen die 4 Weltgegendcn vor bei der Ordnung des 
Lagers im Volk Israel um die Sbiftshütte, 4M0s. 2, 3.10. 18. 25. 
Auch bei der Eintheilung des Landes Kanaan und der Be- 
grenzung des Stammes Juda, Jos. 15, 1. 5. 12.
        

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