Bauhaus-Universität Weimar

Titel:
Mythologie der christlichen Kunst von der ältesten Zeit bis in’s sechzehnte Jahrhundert
Person:
Piper, Ferdinand
Persistente ID:
urn:nbn:de:gbv:wim2-g-1027018
PURL:
https://digitalesammlungen.uni-weimar.de/viewer/resolver?urn=urn:nbn:de:gbv:wim2-g-1032152
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zu werden, die Masten sind zerbrochen, die Segel zer- 
rissen, die Schiffsleute sind in Verzweiflung, einige wollen 
sich über Bord stürzen, andere sind vorangegangen und 
kämpfen mit den Wellen; die Ursache dieses Unheils sind 
die Winde, mit Namen Aquilo, Boreas und Vulturnus, 
welche in der Luft schwebend, jeder mit einem Blasehalg, 
den Sturm erregen und das Meer in Aufruhr bringen. Da- 
neben hat das Schiff der Hoffnung eine sichere Fahrt, auf 
dessen Vordertheil man den Phönix, das Bild der Unsterb- 
lichkeit, erblickt 1). Im Vordergrunde aber knieen Heilige 
des Alten Bundes anbetend, denen gegenüber Gott Vater 
mit geöffneten Armen erscheint: denn er ist den Heiligen 
die Zuversicht in Stürmen und die Hoffnung des ewigen 
Lebens,  wie die Ueberschrift andeutet: 
lrritat horrihilis qnaque presentia niortis, 
Tuta tarnen spes est in bonitate dei. 
2. Hiernäohst kommen die vier Winde ganz einfach 
als Naliurerseheinung zur Sprache und zur Darstellung 
in deutschen Kalendern seit dem letzten Viertel des 15. 
Jahrhunderts, jedoch mit einer diätetischen Abzweckung, 
indem an die Erklärung ihrer Eigenschaften und ihres 
Einflusses auf den Körper sich die Ermahnung knüpft: 
nllnd also wenn die Winde kommen, so mag sich ein 
jeder darnach halten". Diese Belehrung wird gegeben 
unter der Ueherschrift: „Von den 4 Winden und ihrer 
Natur, wie sie unsere Natur aufhalten",  und dazu ein 
Holzschnitt, worin dieselben als blasende Köpfe in einem 
Kreise angebracht sind. Solches enthalten die augsburger 
Kalender von 148i, 1483, 1495 am Schluss,  und eben 
S0 ein baseler Kalender von 15212), nur dass hier die 
L 
 S. oben Th. I. s. 468. 
z) Auf dem 'l'imclblaßt und m. H. 
VOFS.
        

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