Bauhaus-Universität Weimar

Titel:
Mythologie der christlichen Kunst von der ältesten Zeit bis in’s sechzehnte Jahrhundert
Person:
Piper, Ferdinand
Persistente ID:
urn:nbn:de:gbv:wim2-g-1027018
PURL:
https://digitalesammlungen.uni-weimar.de/viewer/resolver?urn=urn:nbn:de:gbv:wim2-g-1032138
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wegte Luft darzustellen, und die Sculptur auf eine solche 
Darstellung gar keinen Anspruch machen kann. 
Und zwar zunächst in einer Reihe biblischer Bildwerke. 
Gleich bei dem ersten Meister der wiedererstandenen 
Kunst linden wir die Vorstellung der Winde sogar in 
ganzer Figur. Es ist das berühmte Mosaik von Giotto, 
die Navicella, welches im J. 1298 für den Vorhof der 
alten Peterskirche verfertigt werden, aber nach mancher- 
lei Schicksalen unter Clemens X. von Oratio Manetti gänz- 
lich erneuert ist und seitdem in der neuen Peterskirche, in 
der Lünette über dem mittlern Eingang der Vorhalle 
sich befindet 1). Darin sieht man das vom Sturm bewegte 
Meer und das Schiff, aus welchem die eilf Jünger ängst- 
lich staunend auf den Herrn blicken, der fest auf dem 
Meere stehend den sinkenden Petrus aus den Wellen 
ßmporzieht. Der Sturm ist dargestellt in der Gestalt 
Zweier nackten Jünglinge, welche gellügelt, auf Wolken 
Schwebend zu beiden Seiten des gewaltigen Segels, durch 
ein Horn hineinblasen. Ueber ihnen erblickt man auf 
Wolken vier Heilige, wahrscheinlich die Propheten des 
Alten Bundes.  Als Köpfe aber erscheinen die Winde 
in der Scene, wie Jonas in's Meer geworfen wird, in 
einem Relief des Vellano aus Padua, welches im J. 1488 
gegossen und mit seinen übrigen Bronzcbildern an der 
Aussenseite des Chors in S. Antonio zu Padua ange- 
bracht ist 2): es ist eine figurenreiche Composition, rechts 
L 
I) Abgebild. bei Bottari Scult. e pitture sagte T. I. p. 193. 
d'Aginc0urt Pitt. 'l'av. XVIII, 20. Pistolesi Il Vaticano 
descr, ed illugu, T, I, Tav. IX. Vergl. Platner Beschreib. 
Bonfs II, 2. S. 120. 168 f. Kugler Handb. der Malerei von 
Burckh. Th. I. S. 309. 
z) Abgebild. bei Cicognara Storia d. scult. V01. Il. p. 65. Tav. 12. 
Vcrgl. Förster zum Vagzari Bd. II. Abth. 1. S. 387. Anm. 3. 
 29 ß
        

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