Bauhaus-Universität Weimar

Titel:
Mythologie der christlichen Kunst von der ältesten Zeit bis in’s sechzehnte Jahrhundert
Person:
Piper, Ferdinand
Persistente ID:
urn:nbn:de:gbv:wim2-g-1027018
PURL:
https://digitalesammlungen.uni-weimar.de/viewer/resolver?urn=urn:nbn:de:gbv:wim2-g-1032125
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alle, die in den Gräbern sind, seine Stimme hören werden 
u. s. wft: in den vier Ecken des Gemäldes blasen aus 
Wolken die vier Winde als zweigehörnte blaue Köpfe, 
vier Engel posaunen und die Todten erheben sich aus 
ihren Gräbern. Gegenüber ist das jüngste Gericht ab- 
gebildet. Endlich ist auch nach Oifenb. 20, 13: „Das 
Meer gab die Todten, die in ihm waren, und der Tod 
und die Unterwelt gaben die Todten, die in ihnen waren, 
und sie wurden gerichtet, ein jeglicher nach seinen 
Werkena, die Auferstehung und das jüngste Gericht vor- 
gestellt in einem Frescogemälde der Klosterkirche von 
Vatopedi auf dem Berge Athos, in welchem man Erde 
und Meer in menschlicher Gestalt sieht 1), das letztere, 
wie es seine Todten wiedergiebt: auf die Wogen des 
Meeres aber, auf welchen das Meerweib dahin fährt, blasen 
die Winde, mit Namen Zephyros, Boreas, Punentis, Notos, 
in Gestalt geflügelter Köpfe, von denen der Notos allein 
jung, ohne Bart, die andern alt und bärtig sind?) Diese 
Figuren erscheinen als ein Zusatz des Malers: denn in 
dem griechischen Handbuch für Kirchenmaler wird in 
dieser Scene 3) der Winde nicht gedacht. 
Seit. 
dem 
dreizehnten Jahrhundert. 
i. Auch noch das folgende Zeitalter der christlichen 
Kunst seit dem 13. Jahrhundert, welches sonst von phy- 
sischen Personificationexl sich abwendet, hat die Figuren 
der Winde beibehalten,  man konnte dieser Personi- 
iication am wenigsten entbehren, da man in der Malerei 
vor Erfindung der Luftperspective kein Mittel hatte, be- 
1) In welcher Beziehung das Bild schon früher S 
kommen ist. 
2) Didro n zum Manual (Piconogr. clxröt. p. 267. not. 
not. 1. p. 244. not. 2. 
3) Manuel d'iconogr. chrdt. par Didron p. 265 sq. 
früher 
xss. 
vorge- 
vergl. p. 170.
        

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