Bauhaus-Universität Weimar

Titel:
Mythologie der christlichen Kunst von der ältesten Zeit bis in’s sechzehnte Jahrhundert
Person:
Piper, Ferdinand
Persistente ID:
urn:nbn:de:gbv:wim2-g-1027018
PURL:
https://digitalesammlungen.uni-weimar.de/viewer/resolver?urn=urn:nbn:de:gbv:wim2-g-1032096
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Gottes versiegelt sind. Und so halten sie die 4 Winde, 
dass keiner über die Erde bläset, noch über das Meer, 
noch über einen Baum. Diesem Text genau entsprechend 
wird zu einem Bilde Anweisung gegeben in dem griechi- 
schen Handbuch für Kirchenmaler 1). Ausgeführt aber 
ist ein solches Bild unter den Miniaturen einer Handschrift 
der Apocalypse aus dem Anfang des H. Jahrhunderts in der 
Bibliothek zu Bamberg 2): die 4 Winde, wie sie von 
den 4 Engeln bedroht werden, erscheinen in den 4Ecken 
des Bildes als blaue Köpfe mit zwei Hörnern, aus deren 
Mund ein Hauch ausgeht. Dieselbe Vorstellung enthält 
eine Apocalypse in der Stadtbibliothek zu Hamburg 3) 
(deren Zeitalter ich nicht angeben kann); die Winde mit 
ihren Engeln sind in den vier Ecken des Bildes so 
geordnet: 
Oriens Oecidens 
Aquilo Auster; 
in der Mitte steht ein Engel mit der (lat) Inschrift: 
nßeschädiget nicht die Erde, noch das Meer, noch die 
Bäume". 
Hingegen in ihrer schädlichen Wirkung erscheinen 
sie in einem Gemälde des Weltuntergangs und jüngsten 
Gerichts, welches die Handschrift der Visiones Hildegardae 
aus dem 12. Jahrhundert zu Wiesbaden enthält: nach dem 
Text der Vision sind es zwar die Elemente, welche in 
Gährung- und Auflösung begriffen die Erde erschüttern 
und allem Lebenden den Tod bringen; aber in dem Bilde 
Sind diese Elemente, welche die Erdkugel von allen vier 
 lilanuel d'ic0nogr. chnät. par Didron p. 244. 
2) A. II. 42. N0. 311. Bl. 17. b., erwähnt von Jaeck Vollsz. 
Beschreib. der öfYentl. Biblioth. zu Bamberg Th. I. S. XVIII. 
n. 15. Waagen Kunstw. u. Künstler in Deutschl. Th. l. S. 97 f. 
s) Ms. in 40. No. a1. in scrin. Bl. 21. drittes Bild. Die Winde 
erscheinen als blasende Köpfe aus blauen Wolken.
        

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