Bauhaus-Universität Weimar

Titel:
Mythologie der christlichen Kunst von der ältesten Zeit bis in’s sechzehnte Jahrhundert
Person:
Piper, Ferdinand
Persistente ID:
urn:nbn:de:gbv:wim2-g-1027018
PURL:
https://digitalesammlungen.uni-weimar.de/viewer/resolver?urn=urn:nbn:de:gbv:wim2-g-1032077
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geliarien zu Trier und Gotha. Diese Anordnung stimmt 
im Wesentlichen auch überein mit der Anweisung, welche 
das griechische Handbuch für Kirchenmaler für die Ab- 
bildung jenes Ereignisses giebt 1): „Ein wüthendes Meer 
und in der Mitte ein kleines Fahrzeug: Christus schlafend 
auf dem Vordertheil; Petrus und Johannes strecken ängst- 
lich die Hand gegen ihn aus; Andreas hat das Steuer; 
Philippus und Thomas binden die Segel fest. Man sieht 
Christus noch einmal in der Mitte des Fahrzeugs, seine 
Hände gegen die Winde ausstreckend und sie bedrohend. 
Oben aus den Wolken blasen die Winde in die Segel". 
 2. Hieran reiht sich die Vorstellung der Winde zur 
Geschichte Hiobs. Die lateinische Bibel zu Erlangen aus 
dem 12. Jahrhundert?) enthält vor dem Buche Hiob ein 
grosses Gemälde, dessen Mitte Gott Vater, der Alte der 
Tage, einnimmt, und dessen vier Ecken in Runden Scenen 
aus diesem Buch umfassen: da sieht man in der obern 
Ecke Zur Linken, wie die Söhne und Töchter Hiobs bei 
der Tafel von herabstürzcndem Geräth erschlagen werden; 
Zu beiden Seiten aber die Winde, „welche an die Ecke 
des Hauses stiessen", als blasende blaue Köpfe. In halber 
Figur aber in ein Horn blasend erscheint der Wind in einer 
Darstellung derselben Scene, welche eine griechische Ca- 
tene zum Hiob aus dem 13.Jahrhui'idert in der vaticanischen 
Bibliothek enthält 3).  Sehr interessant ist in eben dieser, 
Handschrift ein allegorisches Gemäldetl) mit zwei eben 
S0 gestalteten Figuren der Winde, zwischen denen aus 
dem Himmel eine Hand ragt: unten sieht manteinen Mann 
mit zwei Rindern pflügen, hinter ihm einen andern viel- 
1) Mannel diconogr. chröt. par Didron p. 170. 
2) S. oben S. 81. Anm. 1.  
a) n. 1231. d'Agincourl; Pin. Tav. LX, 5. da's erste Bild in 
der zweiten Reihe links von fig. 4.  
4) Ebendas. daslerste Bild in der obersten Reihe rechts von üg. 4.
        

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