Bauhaus-Universität Weimar

Titel:
Mythologie der christlichen Kunst von der ältesten Zeit bis in’s sechzehnte Jahrhundert
Person:
Piper, Ferdinand
Persistente ID:
urn:nbn:de:gbv:wim2-g-1027018
PURL:
https://digitalesammlungen.uni-weimar.de/viewer/resolver?urn=urn:nbn:de:gbv:wim2-g-1032029
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in der antiken Eingang gefunden. Vielmehr ist die Per- 
soniiication des geringem Grades durch einen Kopf, von 
dessen Munde ein Hauch ausgeht, (wie auf dem Denk- 
mal zu Igel) die herrschende Vorstellung im Mittelalter. 
Nur einigemal erscheint die halbe oder dreiviertel Figur 
des Windes in ein Horn blasend auf Denkmälern des 
christlichen Alterthums, und eben so die Winde in ganzer 
Figur in Bildern der neuern Kunst seit Giotto. 
Es sind biblische, geschichtliche, allegorische und my- 
thologische Scenen, in welchen die Winde dargestellt 
worden: von diesen soll hier zunächst die Rede sein. 
Ausserdem erscheinen sie in kosmischer Bedeutung zumal 
bei geographischen Abbildungen in Miniaturen und Holz- 
schnitten, deren Beschreibung dem folgenden Abschnitt 
vorbehalten bleibt. 
Im 
christlichen 
Alterthum. 
Aus dem christlichen Alterthum haben wir eine in- 
teressante Aeusserung über die Darstellbarkeit des Windes 
überhaupt. In einem seiner Lieder gegen die Grübler 
sagt Ephraem Syrus  378), indem er sich dagegen cr- 
klärt, dass Christus könne gemalt werden 1): 
Wenn es aber den Malern 
Schwer ist uns zu malen 
Den Wind mit Farben; 
Welcher Pinsel malt wohl 
Den Sohn, den nicht malen konnten 
Die Redner durch ihre Worte. 
Dabei scheint aber nur an die Vorstellung des Windes 
nach der wirklichen Erscheinung als bewegte Luft ge- 
Ephraeln. Syr. Carm. 33. contr. scrutat. str. 4. Opp. syr. 
lat. T. III. p. 59. e. Vergl. Huhn Ueber den Gesang in der 
Syr. Kirche, im Kirchenhistor. Archiv 1823. H. III. S. 98.
        

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