Bauhaus-Universität Weimar

Titel:
Mythologie der christlichen Kunst von der ältesten Zeit bis in’s sechzehnte Jahrhundert
Person:
Piper, Ferdinand
Persistente ID:
urn:nbn:de:gbv:wim2-g-1027018
PURL:
https://digitalesammlungen.uni-weimar.de/viewer/resolver?urn=urn:nbn:de:gbv:wim2-g-1032014
439 
Geschichte Hiobs, da der Wind das Hausumstiess, worin 
seine Söhne und Töchter waren, dass sie umkamen 
(Hiob i,   Von dieser localen Bedeutung aber 
erhebt sich die Darstellung der Winde zu einer höhern, 
die ganze Erde umfassenden, wenn bei den letzten Dingen 
die vier Winde erscheinen nach Olfenb. 7, l. (und nach 
Ezech. 37,  gleichwie bei der Weltschöpfung die vier 
Weltgegenden vorgestellt worden sind. 
Diese Annahme von vier Winden, welche aus den 
vier Weltgegenden wehen, ist durch das Alte 'l'estament 
festgestellt: es werden dadurch insbesondere die von 
allen Seiten einbrechenden göttlichen Strafgerichte be- 
zeichnet, wie bei Jerem. 49, 36: „und ich bringe über 
Elam die vier Winde von den vier Enden des Himmels, 
und zerstreue es nach all diesen Windenu. Von be- 
sonderem Intercsse ist die Personification, die sich da- 
ran schliesst, in der Vision von den vier Wagen bei 
Zacharias (6,  die vier Winde, nachdem sie vor 
dem Herrn dienend erschienen sind, gehen aus, das 
göttliche Strafgericht über alle Völker der Erde zu voll- 
strecken; sie fahren auf Wagen, der eine mit rothen, 
der andere mit schwarzen, der dritte mit weissen, der 
vierte mit gesprenkelten Bossen: die letztere Farbe ist 
eine gleichgültige, die drei erstern Farben zeigen be- 
deutsam Blut, Trauer, Sieg an 1). Auf diese alttestament- 
liche Weissagung gründet sich die erwähnte Vorstellung 
der Offenbarung Joh.: aber statt dass die Winde in dem 
Gesicht des Zacharias selbständig als Boten Gottes und 
zu Wagen erscheinen, sind es dort Engel, welche dic 
Winde in der Hand haben.  
In der christlichen Kunst aber hat diese Vorstellung 
von Winden, die zu Wagen einherfahren, so wenig als 
Hengstenbcrg Christol. 
des A. 
63 
66
        

Nutzerhinweis

Sehr geehrte Benutzer,

aufgrund der aktuellen Entwicklungen in der Webtechnologie, die im Goobi viewer verwendet wird, unterstützt die Software den von Ihnen verwendeten Browser nicht mehr.

Bitte benutzen Sie einen der folgenden Browser, um diese Seite korrekt darstellen zu können.

Vielen Dank für Ihr Verständnis.