Bauhaus-Universität Weimar

Titel:
Mythologie der christlichen Kunst von der ältesten Zeit bis in’s sechzehnte Jahrhundert
Person:
Piper, Ferdinand
Persistente ID:
urn:nbn:de:gbv:wim2-g-1027018
PURL:
https://digitalesammlungen.uni-weimar.de/viewer/resolver?urn=urn:nbn:de:gbv:wim2-g-1031947
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Da für Elmus oder Ermus auch Hermus geschrieben 
wird 1), woraus leicht Hermes werden kann 2) ; so haben 
einige Naturforscher die letztere Form aufgefasst und 
den Versuch gemacht den Ausdruck Hermesfeuer statt 
Elmsfeuer in der neuern Physik geltend zu machen 3): 
und indem man dabei an den Kabiren Hermes denkt, hat 
man die Anrufung des h. Elmus unter christlichen Völkern 
für Kabirendienst erklärt 4). Andere leiten den Ausdruck 
St. Elmsfeuer aus dem Namen Helena ab, nach der es 
bei den Alten benannt worden 5).  Das letztere ist ganz 
unstatthaft. Aber auch die erstere Ableitung ist nicht 
beglaubigt (zu geschweigen, dass, wenn sie ächt wäre, 
doch der h. Hermes nicht mit dem Hermes der Alten 
verwechselt werden dürfte) und darf man am wenigsten 
auf den Namen Ermo bei Ariost sich berufen ü): vielmehr 
liegt der Name Erasmus zum Grunde. Dass aber aus 
Ermus Elmus geworden ist, erklärt sich aus der häufigen 
ß 1) Nach Harduin an dem oben S. 428. A. 2. angef. O. nannten 
die Franzosen und Spanier am mittelländischen Meer das Feuer 
nach dem h. Hermus oder Telmus. 
i) Wie auch wirklich von dem h. Hermes oder Herinias bei diesem 
Feuer die Rede ist, s. Malvenda Annales ordin. Praedicat. 
angef. in Act. Sanct. Antv. d. XV. Apr. T. II. p. 390. e. 
3) Schweigger Jahrb. der Chemie u. Physik Bd. XVI. S. 259. 
und Art. Dioskuren an dem (oben S. 412. A. 1.) angef. 0. 
S. 413. (wonach aus Hermesfeuer durch entstellende Abkürzung 
Elmsfeuer geworden sein soll). Kämtz Lehrb. der Meteorol. 
Bd. lI. S. 485.  
4) Schweigger a. a. O1 Bd. X. S. 108. Bd. XVl. S. 259. 
5) S0 erklärt Gehler 'Physik. Wörterb. a. A. Th. IV. S. 742. 
 Dabei bleibt auch Muncke stehn in der neuen Bearb. des 
Physik. Wörterb. Bd. X. Abth. 2. S. 1625. 
ü) Schweigger an dem Anm. 4. a. O. und in s. Einl. in die 
Mythol. S. 301. Aber nur der Uebersetzer Streckfuss schreibt 
Hermus; der Name Ermo im Urtext weiset auf Erasmus zurück.
        

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