Bauhaus-Universität Weimar

Titel:
Mythologie der christlichen Kunst von der ältesten Zeit bis in’s sechzehnte Jahrhundert
Person:
Piper, Ferdinand
Persistente ID:
urn:nbn:de:gbv:wim2-g-1027018
PURL:
https://digitalesammlungen.uni-weimar.de/viewer/resolver?urn=urn:nbn:de:gbv:wim2-g-1031889
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sich zuletzt noch in der Ermahnung aus: dass jeder, der 
auf diesem grossen und weiten Meer von irgend einem 
Unwetter heimgesucht wird, vor allen die Maria anrufe, 
die dasselbe von jeglicher Aufregung leicht zur Ruhe 
bringen könne. Es scheint aber, dass jene Lichter- 
scheinung damals ziemlich unbekannt gewesen und die 
neue Kunde davon in dieser Erzählung ausgeprägt ist.  
Ganz dieselbe Erzählung findet sich hiernächst in deutscher 
Bearbeitung in dem alten Passional, welches in der 
zweiten Hälfte des 13. Jahrhunderts wahrscheinlich in 
der Nähe von Mainz verfasst ist und im ersten seiner 
drei Bücher ausser dem Leben Jesu und der Maria, die 
Wunder der letztem enthält 1),  nur etwas weiter aus- 
geführt. Da werden ausser den beiden eben genannten 
noch Petrus und Katharina namhaft gemacht als „Wasser- 
heilige, die man auf dem Meer anruft"; das St. Elmslicht 
aber, welches auf den Ruf zur Maria erscheint, wird so 
beschrieben (v. 96 ff): 
üf dem maste dar enboben 
ein vackelnlicht sö schöne quam, 
daz die trube 2) gar benam, 
die sich f: 0b dem schiffe truc a). 
vil witen sich al umme sluc 4) 
daz licht von dem maste. 
bi sinem schönen glaste 
gesähen si nu alle wo]. 
des wart ir herze vreuden vol. 
die grözen sturmwinde, 
die vor mit voller swinde 
üf dem schiffe lägen, 
und der unden vlägen 5) 
begunden sich dö neigen. 
Unlängst zum erstenmal herausgegeben (von Pf ei ff e r): Marien- 
legenden Stuttg. 1846. N0. XU- S- 33-88. 
d. h. die Finsterniss 3) die früher auf dem Schiffe lag 4) weit 
umher verbreitete sich b) und der Wellen Stürme.
        

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