Bauhaus-Universität Weimar

Titel:
Mythologie der christlichen Kunst von der ältesten Zeit bis in’s sechzehnte Jahrhundert
Person:
Piper, Ferdinand
Persistente ID:
urn:nbn:de:gbv:wim2-g-1027018
PURL:
https://digitalesammlungen.uni-weimar.de/viewer/resolver?urn=urn:nbn:de:gbv:wim2-g-1031844
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nischen Kirche L1). Zunächst wird diese Bedeutung des 
Namens durch allegorische Auslegung für die Erbauung 
ergiebig gemacht. Dazu fand sich Veranlassung in der 
Predigt, an den Festen der Maria,  wie Beda 2) am 
Feste Mariä Verkündigung zu der Worterklärung die 
Erläuterung giebt, dass sie wie ein herrliches Gestirn 
zwischen den Fluthen der sinkenden Zeit durch besondere 
Begnadigung hervorgeglänzt habe. Auch in der heiligen 
Poesie ist das Prädikat aufgenommen. Namentlich von 
Notker  912) in einer Sequenz auf das Weihnachts- 
fest, welche anfängt Eia recolamus 3): 
Noctis interit nehula, pereunt nostri criminis umbracula, 
Hodie seculo maris stella est enixa novae salutis gaudia; 
sowie in dem berühmten Hymnus etwa aus dem 9. Jahr- 
hundert 4), der gleich mit diesem Gruss beginnt 5): 
Ave maris stella 
hlater dei alma. 
1) Daneben benutzte man den Gleichlaut des Namens Maria mit 
denxPluralis von mare zu allegorischen Deutungen, nanlentlich mit 
Beziehung aufi Mus. 1, 10: congregzctiozzes aqzzzlrzem ayuyzellzmit 
muria. Schon Chrysologus (1- um 450) findet hierin einen 
Typus der Maria, Serm. CXLVI. in lllax. bibl. patr. T. VII. p. 958. 
b. c. So auch Konra d von Würzburg Gold. Schmiedev. 944W. 
2) Beda H0m.,XLVII. Opp. ed. Giles Vol. V. p. 362. Vergl. s. 
Exposit. in Luc. I, 27. Opp. Vol. X. p. 287. 
a) Pez Thes. anecd. noviss. T. I. p. 18. Bambach Anthol. 
christl. Gesänge Bd. I. S. 212. Irrthümlich meint Augusti 
Denkw. aus der christl. Archäol. Bd. V. S. 307. (und nach ihm 
Königsfeld Altchristl. Hymnen und Gesänge S. 263.): es sei 
diesder erste Fall, wo Maria als stella maris vorgestellt wird. 
4) Er gehört weder dem Fortunatns an, in dessen Werke er 
fälschlich aufgenommen ist von Mich. Aug. Luchi Fortunati 
Opp. Rom. 1'786. 4". P. I. p. 265., noch dem Bernhard, 
dem er öfters zugeschrieben ist, s. Mabillon Admonit. in Ber- 
nardi Opp. V01. II. p. 908. 
 Thomasii Hymnarium in s. Opp. T. II. p. 384. Rambaeh 
a. a. O. S. 219. Daniel Thes. hymnol. T. I. p. 204.
        

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