Bauhaus-Universität Weimar

Titel:
Mythologie der christlichen Kunst von der ältesten Zeit bis in’s sechzehnte Jahrhundert
Person:
Piper, Ferdinand
Persistente ID:
urn:nbn:de:gbv:wim2-g-1027018
PURL:
https://digitalesammlungen.uni-weimar.de/viewer/resolver?urn=urn:nbn:de:gbv:wim2-g-1031806
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lich ist 1). So haben denn Passeri und Münter dieselbe 
für die Luna ausgegebenß); doch ohne erklären zu können, 
was deren Bild an dieser Stelle für einen Sinn haben 
sollte. Höchst wahrscheinlich ist es, wie Bottari ver- 
muthet, der Unglückstern Helena als Vorbote des nahen 
Schiffbruchs,  eine Erklärung, bei der auch Borgia und 
Platner stehen geblieben sind 3). 
Also war jener alterthümliche Schiiferglaube auch 
zu den Christen übergegangen und ist hier zur Aus- 
schmückung einer alttestamentlichen Scene von einem 
christlichen Künstler benutzt. Es ist diese Vorstellung 
der Helena um so bemerkenswerther, da sie in der christ- 
lichen Kunst einzig dasteht. Doch lag es den alten 
Christen so fern nicht, in Sturm und Wetter dämonische 
Wesen zu ahnden, die ihre feindliche Macht an den 
Menschen auslassen 4). Aber man wusste sich auch im 
Schutz einer höhern Macht. Man stellte der blinden 
Naturgewalt und den in ihr waltenden Dämonen Schutz- 
heilige entgegen, die gleich dem Herrn Wind und Wellen 
zu bedrohen im Stande wären.  
 Bottari Pitture e scult. sagre T. I. n. 187. 
2) Passen-i De gemma pastorali, in Gori Thes. gemm. astrif. 
T. III. p. 91. Münter Simb. H. II. S. 64.130. Das ist keine 
Erklärung, wenn der letztere bemerkt: durch die Gestalt der 
Mondgöttin werde der Sturm angedeutet.  
a) Borgia De cruce Veliterna p. CXLVI. Platner a. a. O. 
4) S0 sagt Beda Hist. eccl. gent. Angl. Lib. I. c. 17.: Die feind- 
liche Macht der Dämonen, missgünstig gegen die Reise der 
gallischen Bischöfe Germanus u. Lupus nach Britannien im 
J. 429. (s. unten S. 428.) habe einen-Sturm erregt und mit 
schwarzen Wolken den Himmel überzogen.  Ueberhaupt wurde 
die Luft als Wohnsitz der bösen Geister angesehn, wie in älterer 
Zeit hervorgeht aus Tertullian. Apoleget. c. 22. Arnob. Adv. 
gent. Lib. I. c. 23.; später aus Honor. August. De imagine 
mundi Lib. I. c. 53. Vincent. Bellov. Spec. nat. Lib. IV. 
c. 114. p. 306.
        

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