Bauhaus-Universität Weimar

Titel:
Mythologie der christlichen Kunst von der ältesten Zeit bis in’s sechzehnte Jahrhundert
Person:
Piper, Ferdinand
Persistente ID:
urn:nbn:de:gbv:wim2-g-1027018
PURL:
https://digitalesammlungen.uni-weimar.de/viewer/resolver?urn=urn:nbn:de:gbv:wim2-g-1031636
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sie nach Maassgabe der himmlischen Bewegungen ein- 
getheilt wird in Tage und Jahre, so selbst auch wieder 
das Maass dieser Bewegungen ist; sodann dass die Zeit, 
als die uranfängliche, viele Jahre zahlt, sie macht alles 
altern und erscheint selber als alt; endlich dass die Zeit 
für sich nur langsam fortschreitet (denn was gelten Jahre 
oder auch Jahrhunderte gegen die immerwährende Zeit), 
aber einen raschen Wechsel erzeugt, daher sie pfeil- 
schnell vorüberztlfahren scheint.  An diese handschrift- 
liche Darstellung schliessen sich die Bilder in den Aus- 
gaben des Petrarca an. Aber auch in-eigenen Kupfer- 
stichen und Gemälden sind die Triumphe wiedergegeben, 
welche wir zuvörderst in's Auge zu lassen haben. 
Die Triumphe sind erstens in Kupfer gestochen von 
Nicoletc di lVlodena zu Anfang des 16. Jahrhunderts, und 
Zwar der Triumph der Zeit in zwei verschiedenen Compo- 
Sitionen 1), von denen die eine ganz der eben erwähnten 
Vorstellung entspricht: auf einem Wagen von zwei Hirschen 
gezogen sieht man die Zeit als einen geflügelten Greis 
mit zwei Krücken gehend, neben ihm auf jeder Seite 
eine Sanduhr,  das ganze Bild hat zur Unterschrift die 
Verse: „lst mehr denn als ein Tag das Menschenleben 
u. s. wfi, v. 63-65. und v. 118-1212). Und ähnlich 
von einem unbekannten italienischen Meister 3), nur dass 
der Zeitgott wieder einen Himmelsglobils in der Rechten, 
 Bartsch Peintre grav. T. xm. p. 278 sq. n. 43. 45. Beide 
Blätter sind im K. Kupferstichkab. zu Berlin. 
2) Ein entgegengesetztes Motiv enthält das andere Blatt mit Unter- 
schrift der Verse 139-144: es zeigt in einem Medaillen, wel- 
ches auf einem von zwei Elephanten gezogenen Wagen sich 
erhebt, die Zeit als ein jugendliches Weib, sitzend auf meer- 
urnspültem Lande, mit einem Schwerdt in der Rechten; auf der 
Linken hält sie ein Kind, welches einen Pfeil abschiesst. 
3) Bartsch I. c. p. 119. n. 16. Seine Geschicklichkeit wird 
nicht gerühmt.  
Piper, Mythol. 
Symbol. 
chr. 
Kunst. 
26
        

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