Bauhaus-Universität Weimar

Titel:
Mythologie der christlichen Kunst von der ältesten Zeit bis in’s sechzehnte Jahrhundert
Person:
Piper, Ferdinand
Persistente ID:
urn:nbn:de:gbv:wim2-g-1027018
PURL:
https://digitalesammlungen.uni-weimar.de/viewer/resolver?urn=urn:nbn:de:gbv:wim2-g-1027751
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selbst, aus eigener Kraft und Neigung hervorbraehte. 
Dies giebt sich schon daran zu erkennen, dass so häufig 
auch Erscheinungen der Natur, namentlich Sonne und 
Mond, in menschlicher Gestalt dargestellt werden, so selten 
die Ausschmiickung dieser Personen mit mythologischen 
Attributen ist: denn nur ausnahmsweise erscheint die Figur 
der Sonne, gleich dem Sonnengott, mit dem Wagen, mit 
der Peitsche oder der Fackel. Man vermied also die 
antike Iieminiseenz oder vielmehr man hatte bei dieser 
Personilicalion die Gebilde des Alterthums nicht unmittel- 
bar vor Augen. 
Zweck 
der 
physisall-mythologischen 
Stellungen. 
Vor- 
Um so mehr, wenn nicht blosses Herkommen sie 
empfahl und Nachahmungstrieb zu ihnen leitete, muss 
man nach dem Zzveck der physisch-mythologisehen Vor- 
stellungen in der christlichen Kunst fragen. 
In der Regel ordnen sie sich einem christlichen Ge- 
genstande unter: einzelne Personilicationen aus der Natur 
für sich darzustellen, war gar keine Veranlassung; aber 
zuweilen erscheint im spätern Mittelalter ein ganzes Natur- 
gebiet durch Vorstellung seiner Elemente als Personen 
repräsentirt, namentlich der Jahreskreis und der Planeten- 
himmel. Sonst dienen jene Personificationen nur dem 
christlichen Hauptgegenstand zur Einfassung, zunächst um 
die Scene zu beleben, Ort und Zeit der Handlung zu 
schildern,  wenn z. B. bei dem Auszug der Israeliten 
aus Aegypten der Gott des rothen Meeres nebst der 
Figur der Wüste, desgleichen bei der Taufe Christi der 
Jordan als Flussgott vorgestellt ist und in einem Bilde 
des Jesaias neben ihm die Figur der Nacht erscheint. 
Es erhalten aber die Bilder aus der Natur in christ-
        

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