Bauhaus-Universität Weimar

Titel:
Mythologie der christlichen Kunst von der ältesten Zeit bis in’s sechzehnte Jahrhundert
Person:
Piper, Ferdinand
Persistente ID:
urn:nbn:de:gbv:wim2-g-1027018
PURL:
https://digitalesammlungen.uni-weimar.de/viewer/resolver?urn=urn:nbn:de:gbv:wim2-g-1031614
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von der Geschichte und der Dichtung ein längeres Leben 
bereitet war, die endlich aber auch von der Königin 
Fama verlassen werden l). Wic aber der Sonnengott, 
indem er „kreisend die endlos runde Strasse geht" (v.  
das Maass der Zeit angiebt; so wird allerdings die Zeit 
als Person von ihm unterschieden: er ist ihr Führer, 
dem sie folgt mit unaussprecliliclier Eileß). 
S0 werden auch in dem folgenden Triumph, der das 
ewige Leben in einer neuen Welt preiset, beide, die 
Sonne und die Zeit, in ihrem Untergang an einander 
geknüpft. Da werde, wie der Dichter verkiindigt, 
Ganz sein und ungetrennt nur ew'ges Leben (v. 69): 
All" Eins; nicht Winter- mehr und Sommer-Wenden; 
Die Zeit gestorben, neu der Ort gestaltet. (v. 77. 78.) 
Doch ist es wieder die Sonne, das heisst nun deren 
Fehlen, wodurch das Aufhören der Zeit anschaulich ge- 
macht wird 3). Wogegen die Zeit den Schatten von 
Persönlichkeit, der ihr früher gegeben war, vollends ver- 
liert, indem, zu dem Begriff derselben übergegangen, sie 
in ihre Theile Vergangenheit, Gegenwart und Zukunft 
zerlegt wird, die sich aber im Jenseits zu einer ewigen 
Gegenwart verschlingen. Denn dort hat der Zeilen- 
Ibid. 
103 
105: 
S01 wird nicht Jahre sich, nein Lustren drehe: 
Jahrhunderte, ein Sieger allzumalen, 
Dieser Erlauchten fhöricht Treiben Sehen. 
Vergl, v. 67-69.  
2) Ibid. v. 46-48: 
Denn wie die Zeit ich eilen sah behende 
Dem Führer nach, dem nirgvnd Ruhe winket, 
Ich sag' es nicht, weil ich nicht Worte fände. 
a) Trionfo della dilvin. v. 40-421 
Nicht mehr die Snnn' in Stier und Fischen stviget, 
Durch deren Wandlung irdisches Bemühen 
Entsteht und itirbi, wiichsi und in Nichts zeriieuget
        

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