Bauhaus-Universität Weimar

Titel:
Mythologie der christlichen Kunst von der ältesten Zeit bis in’s sechzehnte Jahrhundert
Person:
Piper, Ferdinand
Persistente ID:
urn:nbn:de:gbv:wim2-g-1027018
PURL:
https://digitalesammlungen.uni-weimar.de/viewer/resolver?urn=urn:nbn:de:gbv:wim2-g-1031599
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erstrecken,  namentlich nicht bis zu der Andeutung, 
dass auch für den Menschen auf das zeitliche Ende ein 
neues Leben folgt I): denn das greift in das Element 
der Ewigkeit ein, während hier nur die Zeit und ihre 
Kreise abgebildet sind, ausdrücklich zu dem Zweck, "die 
Eitelkeit der Weltu, die Vergänglichkeit des Irdischen, 
die Hinfälligkeit des menschlichen Lebens vor Augen 
zu stellen. 
In 
der 
neuern 
Zei 
Häufiger ist die Personification der Zeit von Seiten 
der neuern Kunst. Abgesehn von manchen vereinzelten 
Darstellungen, sind es insbesondere zwei Aufgaben, die 
jede zu einer Reihe von Bildern Veranlassung ge- 
geben haben. 
1. Die eine war durch Petrarca dargeboten, der 
im vorletzten seiner Triumphe 2) den Triumph der Zeit 
schildert. Hier zeigt er, nachdem er zuvor den Triumph 
des Buhmes, der mächtiger ist als der Tod, gefeiert, wie 
auch der Ruhm der Zeit weichen muss, der Alles auf 
Erden erliegt. ln dem Gedanken und seiner Ausführung 
ist ein tiefes Gefühl der Wehmuth und Entsagung aus- 
geprägt. Der Dichter, dem sonst das Leben viel ge- 
golten, hält es jetzt gering 3), nachdem er der Täuschungen 
viele erfahren 4); der eitlen Sorge müde, bereitet er sich 
zum Ende 5) und warnt nur vor der Sicherheit und dem 
thörichten Treiben, worin er die Menge befangen sieht. 
1) Wie Didron erklärt a. a. O. p. 243. col. 1. 
2) Von den beiden erstexi Triumphen ist. oben Th. 
Rede gewesen. 
a) Petrarca Trionfo del tempo v. 37. 39. 
4) Ibid. v. 87. Trionfo della divinita v. 6. 
f") 'l'ri0nf0 de] tempo v. 53-58. 
307 
die
        

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