Bauhaus-Universität Weimar

Titel:
Mythologie der christlichen Kunst von der ältesten Zeit bis in’s sechzehnte Jahrhundert
Person:
Piper, Ferdinand
Persistente ID:
urn:nbn:de:gbv:wim2-g-1027018
PURL:
https://digitalesammlungen.uni-weimar.de/viewer/resolver?urn=urn:nbn:de:gbv:wim2-g-1031566
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Im 
Mittelalter. 
Im lateinischen Mittelalter entlehnte man für die 
Vorstellung der iZeit dieselbe mythische Gestalt, welche 
schon zur Vorstellung des Januar gedient hatte,  jedoch 
nicht unverändert. Denn während bei den Alten dem 
Janus in der Regel zwei, zuweilen vier Köpfe gegeben 
waren, wurde nun aus dem zweiköpiigen Januar ein 
dreiköpfiges Bild der Zeit gemacht. Es ist ganz die alte 
Figur des Janus, der aber mit seinen drei Gesichtern 
Vergangenheit, Gegenwart und Zukunft umfasst. S0 
erscheint er zu Anfang eines Martyrologium bei dem 
mehrerwähnten Chronicon Zwifaltense aus dem 12. Jahr- 
hundert zu Stuttgart 1) ganz freistehend als eine ge- 
krönte Figur mit dreifachem Gesicht, nehmlich Nase und 
Mund dreifach, doch nur zwei Augen,  und zwar im 
Unterschied von der Figur des Januar, dem, wie eben- 
daselbst ausdrücklich bemerkt ist 2), nur zwei Gesichter 
zukommen. Dagegen scheint eben diese Figur der Zeit 
zugleich dem Januar zum Wahrzeichen zu dienen, wie 
sie denn auch der herkömmlichen Beschäftigung dieses 
Monats obliegt, zu Anfang eines Kalenders in einer 
Handschrift des 14. Jahrhunderts zu Paris 3); die Figur 
sitzt nehmlich bei Tafel, vor sich hat sie eine Schüssel 
mit einem Braten und einen Krug, den sie mit der 
Linken fasst, während die Rechte einen Becher an den 
Mund hält: und zwar an den' mittleren Mund, wie es 
bei dieser Figur kaum anders sein kann. Sonst lässt 
sich daraus der Sinn ableiten, zunächst, dass Essen und 
 p. 21. a. 
2) S. oben S. 382 f. 
3) In der Bibl. des 
Didron Iconogt. 
Arsenals, Ms. 
chrät. p. 547. 
theol. 
lat. 
abgeb. 
bei
        

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