Bauhaus-Universität Weimar

Titel:
Mythologie der christlichen Kunst von der ältesten Zeit bis in’s sechzehnte Jahrhundert
Person:
Piper, Ferdinand
Persistente ID:
urn:nbn:de:gbv:wim2-g-1027018
PURL:
https://digitalesammlungen.uni-weimar.de/viewer/resolver?urn=urn:nbn:de:gbv:wim2-g-1031556
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Stellungen getragen, die an die eben angedeuteten phi- 
losophischen Ideen erinnern, und die wir um desswillen 
hier nicht unerwähnt lassen wollen, da wenigstens eine 
derselben auch eine künstlerische Seiteßhat. 
Den Systemen der häretischen Gnosis im 2. Jahr- 
hundert war es eigen, die Idee der Gottheit zu zer- 
setzen in eine Viellieit von Principien, die sich aus 
einander entwickeln, aber alle ewig sind, den zeitlichen 
Weltlauf bedingend,  daher sie gleich dem Urgrund 
aller Dinge den Namen Aeonen führen. Als eine weitere 
Entwickelung dieser Systeme ist das manichäische in der 
zweiten Hälfte des 3. Jahrhunderts anzusehn," welches 
zwei gleich ewige Grundwesen, ein gutes und ein böses, 
behauptete, hinsichtlich des erstern aber folgende Lehre 
an die Spitze stellte. Der gute Gott, der Vater des Lichts, 
ist der Herrscher eines Lichtreichs, das auf einer lichten 
Erde gegründet ist. Dieser herrliche Vater lebt zusammen 
mit zwölf seligen Aeonen (sectrla), deren Zahl an das 
grosse Weltjahr von zwölf Jahrtausenden geknüpft ist, 
in dessen Verlauf der Kampf der beiden Grundwesen sich 
entwickelt. So oft eines dieser Secula des grossen Welt- 
jahrs abgelaufen ist, legt der ihm vorstehende Aeon 
einen aus 13111111811 gewundenen Kranz, ein Symbol des 
Zeitcyclus, auf das Haupt des ewigen Königs, des Alten 
der Tage 1). 
Von dieser erhabenen Dichtung wenden wir uns zu 
den Gebilden der spätern mittelalterlichen Kunst, die das 
Gebiet der Endlichkeit und Sichtbarkeit nicht über- 
schreiten. 
(wodurch ihre Zeit bestimmt wird), ist die oben erwähnte, ab- 
gebild. bei Lajard l. c. Pl. LXX; die andere abgeb. ebendas. 
Pl. LXXII, 1.  
Baur Das manich. Religionssystem S. 18.
        

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