Bauhaus-Universität Weimar

Titel:
Mythologie der christlichen Kunst von der ältesten Zeit bis in’s sechzehnte Jahrhundert
Person:
Piper, Ferdinand
Persistente ID:
urn:nbn:de:gbv:wim2-g-1027018
PURL:
https://digitalesammlungen.uni-weimar.de/viewer/resolver?urn=urn:nbn:de:gbv:wim2-g-1031488
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zu den frühesten gedruckten Kalendern, namentlich den 
von Augsburg 1481, 1483, 1495, ferner von Zürich 1508, 
von Strassburg 1518, von Basel 1521:  alle diese 
stellen den Januar dar unter dem Bilde eines Mannes, 
der bei Tische sitzt und den Becher an den Mund hält. 
Dieselbe Scene, nur mehr ausgeführt, indem in einem 
Zimmer mit dem Mann, der einen Becher in der Hand 
hat, auch die Frau zu Tische sitzt und eine Magd Früchte 
zum Nachtisch bringt, enthält in einem zierlichen Minia- 
tnrbilde der schon erwähnte Kalender des Glockendon 
vom J. 1526 in der K. Bibliothek zu Berlin 1). Diese 
Vorstellung des Wintermonats hängt zusammen mit der 
Charakteristik des Winters überhaupt, dem schon in dem 
Gedicht des Beda oder wer der Verfasser ist „die Mahl- 
zeiten der Venus und die Becher des Bacchus" vom Frühling 
vorgerückt werden (oben S. 330.). Dass sie im spätern 
Mittelalter vorzugsweise dem Januar zugeeignet worden, 
beweisen die lateinischen Verse, welche die Beschäftigungen 
sämmtlicher Monate, zusammengefasst nach den Jahres- 
zeiten, angeben, so dass Januar, Februar, März auf den 
Winter kommen u. s. R2): 
Winter: Poto, ligna cremo, de vite superflua demo; 
Frühling: D0 gramen gratum, mihi Klos servit, mihi pratum; 
Sommer: Fenum declino, messes meto, vina propino; 
Herbst: Semen humi jacto, mihi pasco suem, immolo porcos. 
Und eben so die Verse für die einzelnen Monate, die 
namentlich in den französischen Gebetbüchern (Heures) 
aus dem Anfang des 16. Jahrhunderts sich finden 3): 
 Ms. germ. in 80. n. 9. B]. 1. b. 
2) Bei Didron Annal. archöol. T. X. p. 8. 
3) Langlois Essai sur la calligr. des nlanuscr. du nloyen ägc 
p. 132-143. Minder correct aus einem Breviariuxu vom Anfang 
des 16. Jahrh., bei Crosnier im BulleL. monum. par de Caumonl 
T. XIV. p. 268 sq.
        

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