Bauhaus-Universität Weimar

Titel:
Mythologie der christlichen Kunst von der ältesten Zeit bis in’s sechzehnte Jahrhundert
Person:
Piper, Ferdinand
Persistente ID:
urn:nbn:de:gbv:wim2-g-1027018
PURL:
https://digitalesammlungen.uni-weimar.de/viewer/resolver?urn=urn:nbn:de:gbv:wim2-g-1027737
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dieselben für geistige und unkörperliche Kräfte und zwar 
(Während er die Wasser unter der Veste für böse Geister 
nahm) für gute Geister, die wegen ihrer Reinheit würdig 
Seien, dem Schöpfer Preis darzubringen,  wie es von 
ihnen heisst (Ps. 148,  dass sie den Herrn loben 1). 
Darauf ist schon von Basilius dem Grossen entgegnet2), 
dass ebendaselbst, wo die Wasser über den Himmeln zum 
Lobe des Herrn aufgefordert werden, dieselbe Aufforderung 
an die Ungeheuer und alle Tiefen ergeht (v.  welche 
man doch nicht für gute Geister halte; eben so wenig 
könnten die Himmel nach Ps. 19. dafür gelten, sonst 
Iäiissteä) nach dem Gesang der drei Männer im feurigen 
er! an. 3 65. 71 f.) auch Thau Reif und Kälte 
geistige und unsichtbare Wesen sein: Später hat der 
poetische Ausdruck solcher Stellen allgemein die ange- 
messene Würdigung gefunden. Das Wort des Jeremias 
„der Himmel staunt und die Erde schaudert" 3) erklärt 
Theodoret 4): nicht als ob die Elemente Vernunft hätten, 
sondern, wie Moses sie angerufen hat (5 Mos. 32,  
daher, dass sie alle Creatur (auch die Vernunftwesen) 
umfassen. In demselben Sinn spricht Johannes Damascenus 
sich aus e): wenn die Schrift sagt (Ps. 96,  es freue 
1) Diese Erklärung hat Gregor von Nyssa Lib. in Hexaem. 
Opp. T. I. p. 15 b. 16. c. d. aufgenommen (doch ohne die 
allegorisclie Erklärung auch der Wasser unter der Veste); sie 
ist auch von Augustinus ohne Missbilligung zugelassen, Con- 
Iess. Lib. XIII. c. 32. 5.47. T. I. p. 182. c.; was er später aber 
als unbedachtsam widerricf, Betract. Lib. II. c. 6. Ihid. p. 32.1 
2) Basil. In Hexaemer. Hom. III. c. 9. Opp. T. 1. p. 43 sq. ed. 
2. Paris. 
3) Jerem. 2., 12. nach einer Abweichung vom Urtext (s. oben S. 7. 
Anm.  die schon in Barnab. Epist. c. '11. vorkommt. 
4) Theodoret. In Jerem. II, 12. Opp. T. II. p. 413. ed. Schulze. 
5) Joli. Damasc. De lid. orthod. Lib. II. c. 6. Opp. T. I. p. 
163. a. b.
        

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